Drogen: Helaba-Sicherheitsmitarbeiterin vor Gericht

Frankfurt - Rauschgifthandel in 60 Einzelfällen sowie Betrug werden einer früheren Sicherheitsbediensteten im Haus der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zur Last gelegt. 

Vor dem Amtsgericht Frankfurt wurde heute der Prozess gegen die 35-Jährige Sicherheitsbedienstete eröffnet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Rauschgifthandel in 60 Einzelfällen sowie Betrug zum Nachteil ihres Sicherheitsunternehmens vor. Sie soll unter anderem an ihrem Arbeitsplatz mit Kleinmengen von Marihuana und Kokain gehandelt und bei ihrer Einstellung ihre Vorstrafen verschwiegen haben. Am ersten Verhandlungstag erschien die Beschuldigte beim Amtsgericht getarnt mit einer riesigen Sonnenbrille und einer schwarzen Langhaarperücke. Zu den Vorwürfen äußerte sie sich noch nicht.

In der Anklageschrift gegen die 35-Jährige ist außerdem von versuchter Erpressung die Rede. Die Frau soll ihrem ehemaligen Freund, einem Helaba-Vorstandsmitglied, mit Veröffentlichungen zu ihrer Beziehung in der Boulevardpresse gedroht haben. Tatsächlich war die Liaison öffentlich geworden und der Mann von der Landesbank Hessen-Thüringen im März 2009 wegen Illoyalität rausgeschmissen worden. Das Landgericht Frankfurt hat die Kündigung inzwischen aber aufgehoben und die Helaba zu Gehaltsnachzahlung verurteilt. Ob der Manager in dem Prozess gegen seine Ex aussagen muss, steht noch nicht fest.

Gericht: auf umfangreiche Beweisaufnahme eingerichtet

Ein weiterer Anklagepunkt lautet auf Betrug, weil die Frau ihrem Arbeitgeber vor der Einstellung mehrere Vorstrafen verschwiegen haben soll. Das Gericht hat sich auch im Fall eines Geständnisses auf eine umfangreiche Beweisaufnahme eingerichtet. Vor allem müsse der Umfang des Drogenhandels festgestellt werden, meinte der Amtsrichter Werner Gröschel. In der Anklage sind 60 Einzeltaten genannt. Mitangeklagt sind ein Ehepaar und ein weiterer Mann, von denen die mutmaßliche Haupttäterin die Drogen bezogen haben soll. Das Gericht hat für die Eheleute in einem informellen Rechtsgespräch Bewährungsstrafen in Aussicht gestellt, falls sie die Taten gestehen. Das Verfahren gegen die Hauptangeklagte soll dann erst am dritten Verhandlungstag (28. Juli) fortgesetzt werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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