Drogenprozess zieht sich hin

Darmstadt (dpa) - Der Prozess um schwunghaften Drogenhandel in einem Darmstädter Gefängnis dauert deutlich länger als geplant. Das Landgericht Darmstadt hat Termine bis August 2012 angesetzt. Begonnen hatte das Verfahren gegen sieben Angeklagte Ende August 2011.

„Wir haben eine riesige Beweisaufnahme“, sagte die Vorsitzende Richterin Cornelia Hartmann-Grimm. Es müssten viele Zeugen gehört werden und die Auswertung der Telefonüberwachung sei umfangreich.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, zwischen März 2009 und September 2010 in einem Darmstädter Gefängnis Handel mit mehr als 900 Tabletten sowie Heroin und Kokain getrieben zu haben. Die Drogen seien meist über die Gefängnismauer geworfen, aber auch von Besuchern hinein geschmuggelt worden. Die Angeklagten sollen sich dazu einem russischen Verbrecher-Syndikat namens „Diebe im Gesetz“ angeschlossen haben.

Nicht absehbar, wann es zu Ende geht

Bislang schweigen die Männer zu den Vorwürfen. Einzig ein Kronzeuge hatte bisher Angaben gemacht. „Er war schon drei Mal da, wahrscheinlich werden wir ihn noch an zwei weiteren Tagen hören“, sagte die Vorsitzende Richterin. Cornelia Hartmann-Grimm rechnet damit, dass das Verfahren sogar noch länger dauern könne als bis August 2012. „Es ist derzeit überhaupt nicht absehbar, wann es zu Ende geht“, sagte sie.

Der Prozess war bereits schleppend angelaufen. Der erste Sitzungstag Ende August platzte, weil statt der vorgeschriebenen Haupt- lediglich Hilfsschöffen geladen worden waren. Der zweite Termin wurde noch vor dem Verlesen der Anklage vertagt, weil den Anwälten die Namen der neuen Schöffen nicht rechtzeitig mitgeteilt worden waren. Zudem hatten die Verteidiger mehrfach moniert, dass ihnen Aktenbestandteile fehlen würden und hatten außerdem diverse Unterbrechungen gefordert. Inzwischen lägen die Akten jedoch vor, erklärte der Darmstädter Rechtsanwalt Andreas Sanders.

Quelle: op-online.de

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