RMV droht: Ticketpreis könnte enorm steigen

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Wird es teurer? Beim RMV beginnt eine weitere Diskussion über Fahrpreiserhöhungen.

Offenbach - Es kommt wieder viel in Bewegung in dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV): Ab Fahrplanwechsel im Dezember klettern die Ticketpreise um durchschnittlich 2,7 Prozent. 4,10 Euro statt 3,90 Euro - heißt es dann bei einer Einzelfahrkarte von Offenbach nach Frankfurt. Von Peter Schulte-Holtey

Billiger wird die Tageskarte aus dem Kreis Offenbach beziehungsweise von Offenbach nach Frankfurt. Derzeit kostet sie 9,50 Euro, ab Fahrplanwechsel werden acht Euro verlangt.

Beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat Landessprecher Holger Greiner bereits sehr kritisch reagiert. Die Preise für „wichtige Tickets“ wie die Monats- und Jahreskarte der Preisstufe 3 würden ja um mehr als drei Prozent ansteigen, rügte er. „Einzelne Tickets werden sogar um über sechs Prozent teurer. Somit müssen die meisten Fahrgäste zum Jahreswechsel noch tiefer in ihre Portemonnaies greifen, um sich den öffentlichen Nahverkehr in der Rhein-Main-Region auch weiterhin leisten zu können“, kritisierte Greiner.

Neuen S-Bahnwagen mit Videokameras

Mit einer Weichenstellung für die Zukunft und demonstrativem Schulterklopfen versuchte der RMV-Aufsichtsrat gestern, die Stimmung zu verbessern. So wurde beschlossen, die DB Regio über das Jahr 2014 hinaus mit dem gesamten S-Bahn-Betrieb zu beauftragen. Damit rücken offenbar einige Verbesserungen für die Fahrgäste näher. „Wenn Ende 2014 die neuen S-Bahnwagen kommen, werden sie alle mit Videokameras ausgestattet sein - das bringt mehr Sicherheit“, heißt es bereits bei den Verkehrsverbünden.

Und mit dem Stand Oktober habe die S-Bahn einen neuen Pünktlichkeitsrekord von 96,5 Prozent erreicht, eine Steigerung um mehr als zwei Prozentpunkte zum Vorjahr, hieß es nach einer Aufsichtsrat-Sitzung der Kommunalvertreter. Um „immerhin noch 1,5 Prozentpunkte“ sei die Pünktlichkeit der DB-Regionalzüge auf fast 92 Prozent gesteigert worden. „Für mich ist es kein Zufall, dass gleichzeitig die Kunden unser Angebot auch besser benoten: Als Schulnote erhalten wir zurzeit 1,89. Vor etwa einem Jahr, worüber wir uns ebenfalls gefreut haben, lag die Note ganz knapp unter der 2“, lobte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat.

Kürzung von 20 Millionen Euro bei den hessischen Verkehrsverbünden

Doch wie geht es weiter? „Diese Frage stellten sich angesichts drohender Kürzungen von Landesmitteln die kommunalen Vertreter im Aufsichtsrat“, berichtet der RMV. Die Landesregierung hatte deutlich gemacht, dass sie im Entwurf des Haushalts eine Kürzung von 20 Millionen Euro bei den hessischen Verkehrsverbünden vorsieht. Ringat kündigte dazu an, dass er für das Fahrplanjahr 2011/2012 weder die Fahrpreise zusätzlich zum üblichen Niveau erhöhen noch Leistungen bei den Verkehrsunternehmen abbestellen möchte. Aber wenn das Land bei seinen Sparbeschlüssen für die kommenden Jahre bleibe, „dramatisiere sich die Lage“: Dann müsse der Aufsichtsrat 2012 über „außergewöhnliche Fahrpreissteigerungen und Angebotskürzungen“ für die nächste Fahrplanperiode entscheiden.

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Zusätzlich verschärft werde die Lage, warnte Ringat, weil gleichzeitig „eine riesige Kostensteigerung auf uns zurollt“: „Nach jetzigem Stand muss der RMV 2012 acht Millionen Euro mehr für die Nutzung von Schienenstrecken und Stationen überweisen.“ Problematisch sind nach seinen Angaben auch Engpässe auf den Schienen, die im Ballungsraum Rhein-Main auftreten.

Quelle: op-online.de

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