„Drohung nicht gefallen lassen“

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Kurt Beck kritisiert Lufthnasa.

Frankfurt/ Mainz - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat in der Debatte über Nachtflüge am Frankfurter Flughafen die Lufthansa kritisiert.

Ihre Drohung, bei einem absoluten Nachtflugverbot könnten tausende Arbeitsplätze wegfallen, sei nicht hinzunehmen, sagte der Regierungschef gestern im Landtag in Mainz. „Ich glaube, das darf sich Deutschland auch nicht gefallen lassen.“

Die Lufthansa hatte mitgeteilt, im Falle eines absoluten Nachtflugverbots werde sie ihre Frachterflotte am Frankfurter Flughafen aufgeben. Schrittweise würde mindestens jeder zweite der rund 4.700 Arbeitsplätze bei Lufthansa Cargo wegfallen. Besonders betroffen wäre der Rhein-Main-Flughafen, wo viele Speditionen und Dienstleister vom Geschäft mit der Luftfracht abhängig sind.

Der hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte vor zwei Wochen entschieden, dass die Nachtflüge nach dem Ausbau des Flughafens um eine vierte Piste aus Lärmschutzgründen massiv eingeschränkt oder ganz verboten werden müssen.

Abermals unterstrich Beck die Möglichkeit, Nachtflüge zum Hunsrück-Flughafen Hahn auszulagern, wo eine 24-Stunden-Genehmigung vorliegt. Die Lufthansa hatte allerdings argumentiert, für sie sei es keine Alternative, mit den Nachtflügen auf den mehr als 100 Kilometer von Frankfurt entfernten Flughafen Hahn auszuweichen.

Kein Spediteur würde für 18 Stunden am Tag in Frankfurt ein Frachtzentrum unterhalten und die übrigen 6 Stunden an einem zweiten Standort arbeiten. Vielmehr würden Frachtströme dann komplett verlagert. Zudem mache das Geschäftsmodell die räumliche Nähe zu den Passagiermaschinen notwendig.

dpa

Quelle: op-online.de

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