Schule der Imame

Kommentar: Durch die Hintertür

Na das ist doch was: Die Schulung von Imamen und Gemeindeseelsorgern in deutscher Werte-, Staats- und Behördenkunde stößt in Frankfurt auf großes Interesse bei den Angesprochenen. Von Michael Eschenauer

Es ist zu wünschen, dass die Mainmetropole den Willen und das Geld aufbringt, das Projekt fortzusetzen. Zwar besuchen längst nicht alle Muslime ihre Gotteshäuser, womit der Reichweite der geistlichen Oberhäupter Grenzen gesetzt werden. Fakt ist aber auch, dass Integration auf vielen Ebenen stattfinden muss: Wir brauchen einerseits Chancengleichheit in Gesellschaft, Schule und Beruf, andererseits die Bereitschaft bei den Zuwanderern, in diesem Staate mitzuspielen. Wir brauchen Toleranz, aber auch einen verbindlichen Wertekanon für die Zuwanderer. Genau in diesem Moment avanciert die Moschee quasi durch die Hintertür zu einem wichtigen Faktor bei der Stabilisierung unseres Staatswesens.

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Wenn es in Frankfurt gelingt, durch die Imame als Multiplikatoren wichtige Grundsätze westlicher Demokratie in der deutsch-muslimischen Kultur zu verankern und zugleich den Zuwanderern praktische Lebenshilfe zu verschaffen - viel wäre gewonnen. Denn die schönsten Faltprospekte und Beratungsangebote nutzen nichts, wenn sie bei Adressaten ohne Deutschkenntnisse und Kontakte zu Deutschen wirkungslos verhallen.

Der Imam oder der Seelsorger und die Seelsorgerin werden zu Brückenbauern. Die Vorgehensweise ist per se bereits positiv: Deutschland demonstriert dadurch Wertschätzung für die Religion seiner Zuwanderer, denn es stärkt mit Hilfe islamischer Geistlicher sein wichtigstes Fundament: Rückhalt und Akzeptanz.

Quelle: op-online.de

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