Durchblick für Solar-Investoren

Frankfurt - Die Frankfurter können sich jetzt darüber informieren, ob auf ihrem Dach solare Stromerzeugung wirtschaftlich ist. Gleiches gilt für Eigentümer von gewerblich genutzten Gebäuden.

Das Kataster identifiziert Potenzialflächen im Stadtgebiet und ermöglicht, zielgerichtet auf Investoren zuzugehen. „Frankfurt soll Solar-Hauptstadt werden“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Stadt und der Energieversorger Mainova zusammengeschlossen.

Die Erstellung des Solardachkatasters erfolgt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Frankfurt. Deren Vertreterin Martina Klärle erläuterte: „Vier von zehn Gebäuden in Frankfurt haben zumindest teilweise eine für Photovoltaik-Anlagen nutzbare Dachfläche. Dies ist im Vergleich zum Umland ein extrem großes Potenzial von 569 Hektar. Durch das Solardachkataster haben alle Bürger die Möglichkeit, sich über das Solarpotenzial aller 230.000 Gebäude zu informieren.“ So könne jeder Bürger selbst entscheiden, ob, wo und wie er auf den Frankfurter Dächern die Solarenergie unterstützen möchte.

Die Solarpotenzialanalyse ergab, dass sich 89.107 Gebäude (entspricht 38,6 Prozent) für die Nutzung eignen. Im Gegensatz zu existierenden Solardachkatastern ist neu, dass nicht nur Einzelgebäude, sondern auch ganze Straßenzüge oder Stadtviertel gemeinsam analysiert werden können. Das Solardachkataster liefert somit wichtige Informationen zur Sicherstellung der Netzstabilität auch bei maximalem Ausbau der Solarenergie. Zudem berücksichtigt der Wirtschaftlichkeitsrechner neben der aktuellen EEG-Einspeisevergütung auch die prognostizierte Strompreissteigerung.

Stromspar-Tipps unter der Lupe

Werden alle geeigneten Dächer mit Photovoltaik-Anlagen mit einem Wirkungsgrad von 15 Prozent ausgerüstet, könnten 717 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt und 424 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Der Strombedarf Frankfurts beträgt etwa 5,7 Terawattstunden pro Jahr. Durch die Nutzung aller geeigneten Dachflächen könnten somit etwa 12,5 Prozent des Frankfurter Strombedarfs gedeckt werden. Das Investitionsvolumen läge bei rund zwei Milliarden Euro.

Mainova-Technikvorstand Peter Birkner: „Wir nutzen die Daten des Katasters für eigene Analysen. Wir simulieren beispielsweise, wie sich die wachsende, leistungsstarke Photovoltaik auf das Frankfurter Stromnetz auswirkt. Denn der Ausbau von Erzeugungskapazitäten und die Netzmaßnahmen müssen immer abgestimmt werden. Nur so wird die hohe Versorgungszuverlässigkeit gewährleistet.“ Grundlage der Solarpotenzialanalyse sind Laserscandaten. Durch eine Verschneidung mit Katasterdaten und eine Simulation der Sonneneinstrahlung kann für jede einzelne Dachfläche der zu Stromertrag berechnet werden. Aufbauend auf das Solardachkataster wird in der Zukunft eine internetbasierte Solardachbörse eingerichtet, die Eigentümer der Dachflächen, Investoren sowie das Handwerk und die Banken vernetzt.

(mic)

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Mit Stand vom 31. Dezember 2012 gibt es in Frankfurt 844 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 17 Megawatt. Im Jahr 2012 haben diese Anlagen 13 Gigawattstunden Strom erzeugt. Dies sind 0,2 Prozent des Frankfurter Strombedarfs.

Infos: www.frankfurt.de/solarkataster

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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