Nötigungsversuch statt Geiselnahme

Frau mit Waffe genötigt:  Geldstrafe für Ehemann

Frankfurt - Ein 48-Jähriger hat sich heute wegen dem Vorwurf einer Geiselnahme vor dem Landgericht verantworten müssen. Doch entgegen der Anklage fällten die Richter ein anderes Urteil.

Weil er seine getrennt lebende Ehefrau mit einer Schreckschusswaffe gefügig machen wollte, ist ein 48 Jahre alter Kraftfahrer heute in Frankfurt zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht ging im Urteil (120 Tagessätze) von unerlaubtem Waffenbesitz und versuchter Nötigung aus. Die ursprünglichen Anklagevorwürfe der Geiselnahme und Freiheitsberaubung wurden dagegen fallengelassen.

Der zweifache Familienvater hatte die Frau im Mai 2011 mit der Waffe zum Verlassen einer Gaststätte genötigt. Im Prozess stellte sich heraus, dass sie weitgehend freiwillig mitgegangen war. Der Vorsitzende Richter sprach von einer "psychologisch erklärbaren Falschreaktion" und einem "Momentversagen" des Angeklagten. Gleichwohl müsse ihm der Vorwurf gemacht werden, von Anfang an die Waffe mitgenommen zu haben. Er müsse deshalb wegen Besitz dieser Waffen und versuchter Nötigung bestraft werden. Auch die Staatsanwaltschaft war in ihrem Schlussvortrag bereits vom Vorwurf der Geiselnahme abgerückt.

Geiselnahme in Frankfurt-Sachsenhausen

Geiselnahme in Frankfurt-Sachsenhausen

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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