Ein Ehrenamt für Walter

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Peter Walter

Dietzenbach - An der Spitze des CDU-Kreisverbandes Offenbach steht ein Wechsel bevor: Nach neun Jahren als Vorsitzender geht der Urberacher Wolfgang Steiger als Generalsekretär zum Wirtschaftsrat Deutschland der CDU in Berlin. Sein Nachfolger soll der scheidende Landrat Peter Walter werden. Von Ralf Enders

Wie die Union gestern Abend in Dietzenbach mitteilte, soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung Anfang Juli den Personalwechsel perfekt machen.

Der 44-jährige Unternehmer Steiger hatte die CDU im Kreis Offenbach seit dem Jahr 2000 geführt. Trotz der Personalquerelen in einigen Ortsverbänden sprach er gegenüber unserer Zeitung von „einem der erfolgreichsten Kreisverbände überhaupt“. Die Führungsposition bei dem einflussreichen Unternehmerverband der CDU übernimmt er zum 1. Juli. 11 000 Mitglieder gehören dem 1963 gegründeten Wirtschaftsverband an. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Steiger wird dort Chef von 90 Mitarbeitern und automatisch wieder Mitglied der Unions-Bundestagsfraktion.

Wolfgang Steiger

Der 56-jährige Landrat Peter Walter hatte im November 2008 angekündigt, aus persönlichen Gründen bei der Landratswahl am 27. September dieses Jahres nicht mehr kandidieren zu wollen. Ein dauerhafter 80-Stunden-Job stehe Ehe und Familie im Wege, hatte er damals gesagt, zudem tue ein Wechsel nach so vielen Jahren im Amt gut. Er ist seit 1997 Landrat. Sein Nachfolger soll nach dem Willen der Union der Neu-Isenburger Bürgermeister und CDU-Fraktionschef im Kreistag, Oliver Quilling, werden. Für die SPD geht der Kreisbeigeordnete Carsten Müller ins Rennen, die FDP hat den Juristen Daniell Bastian aus Seligenstadt nominiert.

Der CDU-Kreisverband Offenbach ist mit etwa 3 000 Mitgliedern nach Fulda und Frankfurt der drittgrößte in Hessen. Walter berichtete gestern gegenüber unserer Zeitung, Steiger habe ihn auf seine Nachfolge angesprochen, dem wolle er sich nicht verschließen. „Ich bleibe in der Region, ich bin hier verwurzelt“, sagte Walter, der bereits angekündigt hatte, sich nach seiner Arbeit als Landrat ehrenamtlich engagieren zu wollen.

Der Kreisverband habe mit Steiger „eine starke Führung“ gehabt und alle Direktmandate im einst roten Kreis gewonnen, betonte Walter. Mit ihm sei die Zusammenarbeit ebenso gut gewesen, wie sie zwischen ihm und dem möglichen Landrat Oliver Quilling sein werde. Von weiteren Interessenten für das Amt des Kreisvorsitzenden sei ihm nichts bekannt. Für inhaltliche Fragen zur Führung des Kreisverbands sei es zu früh.

Gleichwohl wird der designierte Kreisvorsitzende Walter nicht umhin kommen, einige „Baustellen“ der CDU im Kreis zu schließen. Beispiel Rodgau: Nach heilloser Zerstrittenheit sieht sich die CDU in ihrer Hochburg einer Koalition aus SPD, Grünen, FDP und FWG gegenüber und sucht nach alter Stärke. Beispiel Dietzenbach: Nach einer parteiinternen Niederlage um die Bürgermeisterkandidatur tritt Jürgen Rogg als parteiloser Bewerber an. Wie viel Rückhalt er in der Partei noch hat, ist unklar.

Walter sieht die Probleme gelassen und will im Falle seiner Wahl die Dissonanzen „freundschaftlich“ regeln: „Das gehört halt zum heftigen Innenleben einer Partei.“

Quelle: op-online.de

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