Ehrlichkeit Fehlanzeige

Verbraucher werden – trotz aller Gegenmaßnahmen der Politik – weiter im großen Stil hinters Licht geführt. So lesen sich die Zutatenlisten auf Fertigprodukten im Supermarktregal oft wie Bausätze aus dem Chemiekasten.

Dann gibt es noch den Zitronenkuchen ohne Zitronen, Vanilleeis ohne Vanille – das spart Kosten; Geschmack erreichen Produzenten, wenn sie teure Zutaten durch preiswerte Imitate ersetzen. Das gestern entschiedene Verfahren gegen eine Molkerei zeigt, dass es für die Lebensmittelindustrie längst kein Halten mehr gibt; inzwischen wird auch zunehmend mit zweifelhaften Gesundheitsversprechen geworben.

Obwohl das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb Verbrauchertäuschungen verbietet, tricksen viele Hersteller munter weiter. Trotz tausender Beschwerden über täuschende Bilder auf Etiketten oder über versteckte Geschmacksverstärker denken die meisten davon betroffenen Hersteller gar nicht daran, mehr Ehrlichkeit an den Tag zu legen.

Kunden sollten darauf mit größerer Skepsis reagieren. Bei vielen Lebensmitteln, die Konsumenten in deutschen Supermärkten in ihren Einkaufswagen legen, lohnt sich der scharfe Blick auf die Verpackung. So offenbaren die Nährwertangaben in den meisten Fällen recht schnell, dass das Produkt in Wahrheit eine Zucker- oder Fettbombe ist.

peter.schulte-holtey@op-online.de

Quelle: op-online.de

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