Eierwurf auf den Bundespräsidenten kostet

Frankfurt - Der sogenannte Eierwurf auf Bundespräsident Christian Wulff bleibt nicht ungeahndet. Der 49 Jahre alte Angeklagte ist heute vom Landgericht Frankfurt zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt worden.

Bestraft wird dem Landgericht zufolge die Verunglimpfung des Bundespräsidenten. Die zuvor ebenfalls erhobenen Vorwürfe der Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung waren angesichts der schwerwiegenderen Verunglimpfung fallengelassen worden.

Der Ingenieur, der bereits wegen eines Übergriffs auf den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler mit der Justiz zu tun hatte, hatte Wulff im April dieses Jahres vor dem Landtag in Wiesbaden beworfen, als der neue Amtsinhaber seinen Antrittsbesuch in der Landeshauptstadt machte. Bei dem Übergriff hatte ein Ei den Bundespräsidenten am Ärmel gestreift, das andere beschmutzte die Hose von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Vor Gericht hatte der Angeklagte, der bereits mehrfach wegen Attacken auf Bundespräsidenten auffiel, die Eierwürfe eingeräumt. Er fühle sich allerdings im Recht, weil er in einem Mietrechtsstreit 1998 von einem Gericht ungerecht behandelt worden sei, fügte er hinzu. Im Vorfeld hatte die für Straftaten gegen den Bundespräsidenten zuständige hessische Staatsschutzkammer beim Frankfurter Landgericht einen Psychiater beauftragt, den Angeklagten zu untersuchen. Dieser verweigerte sich jedoch der Begutachtung, so dass der Mediziner im Prozess nur vage Angaben zu einem möglichen „Michael-Kohlhaas-Syndrom“ oder einer „Verbitterungsstörung“ machen konnte.

Bilder vom „Eierwurf“

Ei-Attacke auf Bundespräsident Wulff

Im Urteil ließ der Vorsitzende Richter erkennen, dass er mit weiteren Taten dieser Art rechne. „Die Fähigkeit, Ihr Unrecht einzusehen, werden Sie jedenfalls so bald nicht erlangen“, sagte Richter Volker Kaiser-Klan, nachdem er sich das gut viertelstündige Schlusswort des Angeklagten angehört hatte. Die Strafjustiz beschäftigt sich seit 2008 mit dem Mann. Nach einer Veranstaltung in der Frankfurter Paulskirche hatte er im Oktober 2007 den damaligen Bundespräsidenten Köhler von hinten umklammert. Auch damals ging es um den Mietprozess, zu dem Köhler Stellung nehmen sollte. Der Mann wurde letztlich zu 40 Arbeitsstunden verpflichtet, weil nicht abschließend feststand, ob das Umklammern Gewalt im Sinne des Nötigungsparagrafen war.

dpa/lhe

Quelle: op-online.de

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