Eigene Stübchen mit Toilette und Balkon

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Die Mieze in den Koffer und mitnehmen? Besser nicht, wofür gibt’s schließlich Katzenhotels.

Frankfurt - Eben noch saß Tongo auf dem grünen Mini-Sofa, jetzt schmollt er hinterm Welpengitter. Der weiße Havaneser-Rüde war aufmüpfig und hat aufs Sofa gepinkelt, weil ihm seine Betreuerin Ann-Kathrin Schuhmann nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt hat. Von Anja Prechel

Das hat er jetzt davon. Die 30-Jährige weiß: Wer mit Hunden arbeitet, muss den Vierbeinern klar machen, wer das Leittier ist: der Mensch.

Schuhmann betreibt einen Hundekindergarten mit Rundumservice mitten in Frankfurt. „Unser Angebot ist bislang einmalig“, sagt sie. Und kommt anscheinend an. Die Kundenkartei der vor knapp zwei Jahren eröffneten Einrichtung umfasst nach Schuhmanns Angaben bereits 700 Namen.

Auch in der Lalu-Hundepension in Friedberg-Bruchenbrücken brummt das Geschäft. Für die Silvesternacht sind bei Martina und Ralf Mörschel, wo Hunde „Urlaub auf dem Bauernhof“ machen können, schon jetzt die meisten Plätze ausgebucht. Auf dem ehemaligen Bauernhof haben 25 Vierbeiner in den Boxen im früheren Kuhstall und auf dem Gelände Platz. Sie kommen, wenn Herrchen und Frauchen verreisen, oder auch für eine Tagesbetreuung. Die kostet je nach Größe des Hundes zwischen 9 und 11 Euro, mit Übernachtung zwischen 16 und 18 Euro.

Vierbeiner müssen sich an Regeln halten

Bei Ann-Kathrin Schuhmann in der Bornheimer Landstraße tollen maximal zehn Hunde pro Tag durch die 160 Quadratmeter großen Räume, in denen Hundesofas, Körbchen und Näpfe stehen. Die Vierbeiner müssen sich an Regeln halten. Gebellt wird nicht, Besucher werden nicht angesprungen, es wird nicht aufs Sofa gepinkelt und schon gar nicht gebissen.

Das Miteinander lernen die Vierbeiner in der Betreuung - so wie Kinder im Kindergarten. „Sie müssen sich aneinander gewöhnen und ihre Rolle in der Gruppe finden“, sagt Schuhmann. Ob das klappen kann, testet ihr Team bei Kennenlern-Gesprächen und Probetagen. „Hunde, die schlecht sozialisiert sind oder aggressiv, können wir nicht aufnehmen“, erklärt die 30-Jährige. Die Erziehung ist ihrer Ansicht nach Privatsache, darum müssten sich Herrchen und Frauchen kümmern.

Hunde werden stunden- oder tageweise betreut

Dass solche Kontakte für Hunde wichtig sind, bestätigt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn: „Hunde sind soziale Lebewesen. Der Mensch als Sozialpartner und der Kontakt zu Artgenossen ist notwendig.“ Wer sich einen Hund zulegen wolle, müsse sich überlegen, ob er genügend Zeit für das Tier habe. Hundesitter oder Tierpension könnten kurzfristig eine gute Lösung sein, wenn es sich um ein seriöses Angebot handelt. Das erkenne man etwa daran, ob der Betreiber über einen Sachkundeausweis gemäß Tierschutzgesetz verfügt. Auch Platzangebot und Sauberkeit seien wichtig.

Bei Schuhmann werden die Hunde stunden- oder tageweise betreut, bei Bedarf auch über Nacht. Ab 14,80 Euro kostet der halbe, 29,60 Euro der ganze Tag. Dafür gibt es Spiele, Streicheleinheiten und Spaziergänge. Seit kurzem bietet Schuhmann auch Katzenbetreuung beim Tierbesitzer zu Hause an.

Jedes Tier hat sein eigenes Stübchen mit Toilette

Chris Waterwiese betreibt in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg) ein Katzenhotel. Der Bedarf an Betreuungsplätzen sei schon immer dagewesen, sagt die Hotelchefin, die sich seit 23 Jahren um Katzen kümmert, deren Besitzer in Urlaub sind oder aus anderen Gründen keine Zeit für ihre Tiere haben.

2005 ließ sie ein auf die Bedürfnisse ihrer „Gäste“ zugeschnittenes Haus bauen. „Jedes Tier hat sein eigenes Stübchen mit Toilette, Kratzbaum und Sichtkontakt zu den anderen, manche sogar mit Balkon“, sagt sie. 25 Katzen kann Waterwiese maximal aufnehmen, 20 Euro am Tag kostet die Rundum-Betreuung in der Hauptsaison. Dann ist das Hotel schon Monate im Voraus ausgebucht.

www.lalu-hundepension.de

Quelle: op-online.de

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