„Eigensinnig und eigenwillig“

Hannelore Hoger gewinnt Hessischen Film- und Kinopreis

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Hannelore Hoger spielt ihre Rollen mit Eigensinn.

Frankfurt - Eigensinnigkeit - das ist nicht immer ein Kompliment. In diesem Fall aber schon: Die Schauspielerin Hannelore Hoger bekommt den Ehrenpreis des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). Von Lara Sturm

Der ist fasziniert von Hogers „eigensinnigem, eigenwilligem und unverwechselbarem Spiel“. Am 11. Oktober wird der Hessische Film- und Kinopreis verliehen. Zwei Preisträger stehen bereits fest.

Bouffier würdigt Hoger aufgrund ihrer prägenden Präsenz, mit der sie sich seit über 40 Jahren in der deutschen Theater-, Film- und Fernsehlandschaft bewegt. Er schätzt besonders die Erlebnisräume, die sie mit der Figur der Kommissarin Bella Block schafft. Damit habe sie „Generationen beeindruckt“. Auch ihm persönlich sei Bella Block ans Herz gewachsenen, schwärmt Bouffier. Dass Hoger nicht unbedingt einen hessischen Bezug habe, spiele dabei keine Rolle, erklärt der hessische Staatssekretär Ingmar Jung.

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Ebenfalls fest steht der Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Preises der Frankfurter Buchmesse für die beste Literaturverfilmung. Der libanesische Filmemacher Ziad Doueiri kann sich freuen: Sein Drama „The Attack“ über den Ehemann einer Selbstmordattentäterin wird ausgezeichnet.

Eine Schauspielerin ohne hessiche Wurzeln und ein libanesischer Regisseur: Auch sonst handhabt die Jury des hessischen Film- und Kinopreises 2013 den Landesbezug relativ großzügig. Wichtiger sei es, dass das gewonnene Geld in Hessen ausgegeben werde, erklärte die Jury-Vorsitzende Christel Schmidt. Die Nominierungen sind mit je 5000 Euro dotiert.

Die nominierten Spielfilme beschäftigen sich in diesem Jahr mit der Selbstfindung in einer Gesellschaft des Überflusses. Der Debütfilm „Am Himmel der Tag“ von Pola Beck ist ebenso aufgestellt wie „Ostwind“, von Katja von Garnier, die bereits ein Star in der deutschen Regieszene ist. Auch „Vielen Dank für nichts“, die Zusammenarbeit von Oliver Paulus und Stefan Hildebrandt, kann sich Hoffnungen auf den Sieg machen.

Mit den Nominierten im Bereich Dokumentarfilm begeben sich die Zuschauer auf Reisen. Ingo Westmaier entführt das Publikum mit „Drachenmädchen“ ins ferne China. Stefan Ruzowitzky und Nadav Schirman begeben sich mit „Das radikale Böse“ und „In the Darkroom“ auf eine Reise in die Vergangenheit.

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Auf den Titel als beste Schauspielerin hoffen Alina Levshin, Aylin Tezel und Lisa Wagner. Ihre männlichen Kollegen Jan Fedder, Paulus Manker und Thomas Thieme wünschen sich den Preis für den besten Schauspieler. Die Preisverleihung wird von Jörg Thadeusz moderiert.

Quelle: op-online.de

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