LKA-Experte gibt wertvolle Tipps

Hochsaison für Einbrecher - Was Sie jetzt wissen müssen

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Wie häufig wird in Hessen eingebrochen? Das LKA zählt jedes Jahr rund 10.000 Einbrüche. 2014 waren es 10.231, 530 weniger als 2013. Der tiefste Stand der letzten zehn Jahre war 2008 mit 7228 Einbrüchen erreicht. Der höchste 2004 mit 12.137. Für dieses Jahr gibt es noch keine Tendenz.
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Wer sind die Täter? "Wir haben es mit der kompletten Bandbreite zu tun", sagt Dormann. Einige reisen innerhalb Deutschlands von Tatort zu Tatort und sind bandenmäßig organisiert. Bei anderen ist es Beschaffungskriminalität. "Sie brauchten schnell 50 Euro für den nächsten Schuss." Auf ein spezielles Objekt haben es die Einbrecher in der Regel nicht abgesehen so Dormann.
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Welche Häuser und Wohnungen sind besonders gefährdet? Etwas höher ist das Risiko in Gegenden, wo Einbrecher gute Fluchtmöglichkeiten haben. Dazu gehört die Nähe einer Autobahn, U- und S-Bahnhaltestelle. Gut einsehbare Häuser und Wohnungen in Sackgassen sind weniger attraktiv. Besonders beliebt sind Erdgeschosswohnungen bei Einbrechern. Die obersten Stockwerke direkt unter dem Dach sind dem LKA zufolge dagegen selten betroffen. Meistens kommen Täter durch Fenster, Balkon- und Terrassentüren.
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Wie lange braucht ein Einbrecher? Einbrecher haben meist einen großen Schraubenzieher dabei. Ein ungesichertes Fenster ist damit in drei bis fünf Sekunden auf. Eine nicht verriegelte Tür ist mit Hilfe eines Drahts oder eines stärkeren Kunststoffs auch in wenigen Sekunden geöffnet.
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Wie kann man sich am besten schützen? Türen verriegeln und Fenster schließen allein reicht nicht immer. Fachleute raten zu mechanischen Einbruchshemmnisse. Die Experten empfehlen Sicherungsmechanismen wie Pilzköpfe und Stangenschlösser. Kunststoffrollläden böten dagegen keinen  Schutz, weil sie sich leicht hochdrücken oder aus der Schiene ziehen lassen. Die Polizei berät in ganz Hessen kostenlos und unverbindlich, wie eine Wohnung am besten gesichert werden kann.
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Wie sinnvoll sind Alarmanlagen und Videokameras?Von Attrappen raten Präventions-Experten ab. "Damit wird Sicherheit nur vorgegaukelt und dies von den Tätern oft erkannt." Mechanischer Schutz sei wichtiger als Überwachungstechnik, weil Täter damit draußen gehalten würden. Wer zusätzlich auf Meldetechnik setze, solle auf Qualität achten. Denn: "Nach 30 Fehlalarmen interessiert sich niemand mehr dafür", warnt Dormann.
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Wie schützt man Haus und Wohnung in der Dunkelheit und im Urlaub? Damit Einbrecher keine Gelegenheit wittern, sollte das Haus bewohnt aussehen. Also: Rollläden hochziehen und nur nachts runter lassen, Briefkästen leeren und im Dunkeln Licht anlassen. Dabei helfen Nachbarn, Freunde und Zeitschaltuhren. Wer länger weg ist, sollte den Nachbarn bitten, seinen Parkplatz zu nutzen.
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Welche Gefahr lauert im Internet? Der überfüllte Briefkasten ist heute oft das Internet: In sozialen Netzwerken sollten möglichst keine Hinweise auf Urlaub oder einen Weihnachtsbesuch bei Verwandten zu finden sein - auch keine Fotos vom Strand oder der Skipiste. Abwesenheitsnotizen bei E-Mail-Adressen sind auch verräterisch. Aber auch eine Ansage auf dem Anrufbeantworter wie: "Familie Schmidt ist über Weihnachten im Urlaub."
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Was tun, wenn man einen Einbrecher im Haus bemerkt? "Einbrecher wollen in der Regel keinen Kontakt mit den Bewohnern", sagt Dormann. Daher sei es sinnvoll, auf sich aufmerksam zu machen, ohne sich dem Täter in den Weg zu stellen oder ihn an der Flucht zu hindern. Nach dem Motto: "Ich habe dich entdeckt, aber du kannst frei fliehen."

Einbrüche nehmen in der dunklen Jahreszeit zu. „Nach der Umstellung der Uhr, wenn es schon früh dunkel wird, ist Hochzeit“, sagt Michael Dormann vom hessischen Landeskriminalamt. Die Dunkelheit bietet Schutz und offenbart unbewohnte Wohnungen. (dpa)

Quelle: op-online.de

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