Eine logistische Herausforderung

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Blick in eine der Kundenhallen im Gebäude der Stadtwerke an der Kurt-Schumacher-Straße. Dort wird künftig das Planungsdezernat Bürger zu Bauangelegenheiten beraten. Im Vordergrund ist ein riesiges Modell von Frankfurt zu sehen, dass die Halle beherrscht.

Frankfurt ‐ 16 Regalkilometer Akten verpflanzt man nicht nur so nebenbei von einem Ort an den anderen. Für solch ein Unternehmen ist eine ausgeklügelte Logistik nötig, auch wenn die zu bewältigende Strecke nur wenige hundert Meter beträgt. Von Christian Riethmüller

Morgen ziehen die im Technischen Rathaus der Stadt Frankfurt untergebrachten Dezernate und Ämter von der Braubachstraße in ihr neues Domizil in der Kurt-Schumacher-Straße und wenn Gerwin Fassings Prognose stimmt, könnten die 550 vom Umzug betroffenen Rathaus-Mitarbeiter schon am Montag ihre Arbeit fortsetzen als wäre nichts geschehen. Das Vertrauen Fassings, Vertreter des Planungsdezernats, ist dabei nicht nur von einem generalstabsmäßigen Plan gespeist, sondern auch von der Tradition des Frankfurter Speditionsunternehmens Fermont, das schon ganz andere Herausforderungen als den Umzug von 4000 Kisten gemeistert hat.

Neue Anlaufstelle zum Thema Bauen, Umbauen und Stadtentwicklung

Unter dem Überbegriff „Planungsdezernat“ sind fortan die Bauaufsicht, die Stadtplanung, das Stadtvermessungsamt und das Denkmalamt im Gebäude der Stadtwerke an der Kurt-Schumacher-Straße 10 zu finden. Das von der Stadtwerke Holding unterhaltene und vermietete Gebäude wurde etwa ein Jahr lang für die Bedürfnisse der neuen Mieter umgebaut. Dort, wo früher die Mainova ihre Kunden beriet und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ein Service-Zentrum unterhielt, kann sich das Publikum ab 10. November in Fragen des Bauens und Umbauens, aber auch der Stadtentwicklung informieren lassen.

Im mit einem Kundenbereich ausgestatteten Archiv im zweiten Untergeschoss des Gebäudes kann außerdem Einsicht in Pläne genommen werden und sind Informationen zu Baugenehmigungen und zur Statik von Gebäuden in Frankfurt erhältlich. Wie Gerwin Fassing bei einer Führung durch das Gebäude sagte, sind in diesem Archiv erstmals alle Unterlagen an einem Ort versammelt. Die bisher in Höchst gelagerten Akten für die westlichen Stadtteile sind nun ebenfalls in dem zentralen Archiv eingelagert, dessen Bestände außerdem in nächster Zeit digitalisiert werden. Die Nutzer erhalten die nötigen Daten dann praktischerweise auf einem USB-Stick zur Mitnahme.

High-Tech zieht mit ein

Kundenfreundlichkeit war bei der gesamten Umgestaltung des Gebäudes das Ziel. Es ist gleichzeitig das erste schlüssellose Rathaus Hessens, in dem die Türen per lesbaren Dienstausweisen der Mitarbeiter geöffnet werden.

Allein ein Amt wird man dort vergeblich suchen. Wegen Platzmangels zieht das Liegenschaftsamt vom Technischen Rathaus in die früheren Räume des Sozialdezernats an der Berliner Straße 33-35.

Der logistische Aufwand, Mitarbeiter, Mobiliar, Kisten und Akten überhaupt auf die kurze Reise zu schicken, ist nötig, weil das Technische Rathaus, das seit 1972 der Verwaltung dient, seinem Ende entgegenblickt. Im Januar 2010 soll mit dem Abbruch des charakteristischen dreiflügeligen Gebäudes begonnen werden. An seiner Stelle sollen Teile der neuen Altstadt zwischen Dom und Römer entstehen.

Quelle: op-online.de

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