Eine lokale und globale Firma

+
Michael Kassner

Frankfurt - Von einer lokal, globalen Firma spricht Michael Kassner. Für das globale Unternehmen sei es wichtig, lokal präsent zu sein, erläuterte der Chef der Region Mitte von Siemens. Schließlich sind Kunden und Projekte vor Ort angesiedelt. Von Marc Kuhn

In sechs Bereiche ist die Deutschland-Organisation des Technologieriesen eingeteilt. Von Frankfurt aus wird die Region Mitte geleitet, die neben Hessen auch Rheinland-Pfalz, das Saarland und das Rhein-Neckar-Dreieck umfasst. Etwa 8500 Menschen beschäftigt Siemens hier, rund 6 400 davon in Hessen. Die Mitarbeiter kümmern sich um mehr als 12 000 Kunden. Für über eine Milliarde Euro habe Siemens-Mitte 2011 bei Lieferanten in Hessen eingekauft und so weitere tausende Arbeitsplätze gesichert, berichtete Kassner.

Auch die Niederlassung von Siemens in Offenbach hat nach seinen Worten im vergangenen Jahr einige größere Aufträge erhalten. 1 250 Mitarbeiter beschäftigen sich dort vor allem mit der Planung von Kraftwerken. Andere kümmern sich um die Gepäckbeförderung an Flughäfen. In Langen arbeiten 70 Angestellte im Energiebereich. In Frankfurt-Fechenheim ist das Schaltanlagenwerk von Siemens beheimatet. In Eschborn ist der Vertrieb, das Marketing und der Service für medizinische Diagnostikgeräte untergebracht.

2011 ein Superjahr

2011 sei für die Region Mitte von Siemens ein Superjahr gewesen, sagte Kassner. „Die Auftragsbücher sind voll.“ Deshalb blicke er verhalten positiv auf das laufende Jahr.

Die Technik von Siemens in der Region Mitte ist für den Bürger auch im Alltag erlebbar. So stammen zum Beispiel die Videokameras an der A5 zwischen Darmstadt und Seeheim-Jugenheim von dem Unternehmen, wie Kassner erklärte. In einer Zentrale in Rödelheim können die Mitarbeiter so die Verkehrssituation überwachen. Das Projekt ist Teil der Initiative „Staufreies Hessen 2015“ des Hessischen Landesamts für Straßen- und Verkehrswesen. Zudem habe Siemens an der Raststätte Taunusblick an der A5 das hessenweit erste Parkleitsystem für Lkw installiert, berichtete Kassner. Die Fahrer werden rund ein Kilometer vor der Raststätte über freie Stellplätze informiert. Über das Verkehrsrechnersystem aus dem Hause Siemens werden in Frankfurt über 400 Ampeln und 18 Infotafeln im Stadtgebiet gesteuert.

In der Mainmetropole ist auch die Zentrale des im Oktober geschaffenen, vierten Unternehmenssektors von Siemens, der Bereich „Infrastruktur und Städte“, angesiedelt worden. Er befasst sich mit den Themen Mobilität, Energieeffizienz und Umweltschutz. Damit will Siemens die Trends der Zukunft aufgreifen. Der Bereich ergänzt die bisherigen Segmente Industrie, Energie und Gesundheit.

Kostensenkungen an Gebäuden

Als ein Beispiel für Kostensenkungen an Gebäuden berichtet Kassner über das sogenannte Energiespar-Contracting. Dabei erfasst Siemens beispielsweise den Verbrauch von Strom, Wärme, Wasser und die Volumenströme von Heizungs- und Klimaanlagen. Durch die Optimierung von Regelungstechnik, die Erneuerung von Anlagen oder den Bau von Blockheizkraftwerken kann der Verbrauch reduziert werden. Etwa 150 solcher Projekte gibt es, etwa bei der JVA in Weiterstadt, dem Schloss Biebrich in Wiesbaden und der Firma Zumtobel in Usingen.

Voraussetzung für die Erfolge von Siemens ist nach den Worten von Kassner die Innovationstätigkeit. So würden 28 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung beschäftigt, fast 12 000 davon in Deutschland. Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien weltweit rund 3,9 Milliarden Euro in diesem Bereich investiert worden. Pro Tag gebe es bei Siemens 40 Erfindungen. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass Kassner die Energiewende in Deutschland bis 2022 für „machbar“ hält. Schon heute könnten Windräder so viel Strom wie 27 Kernkraftwerke liefern. „Wir haben die Mittel und das Know-how, den im Norden produzierten Strom ohne große Verluste nach Süden zu transportieren“, sagte Kassner.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare