Ball des Sports steht zum 40. Jubiläum ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele

„Eine Nacht auf Eis“

Wiesbaden (apn) ‐ Frank-Walter Steinmeier hielt sein Versprechen. Im letzten Jahr hatte er als Kanzlerkandidat zugesagt, auch 2010 wieder zum Ball des Sports nach Wiesbaden zu kommen - „egal in welcher Funktion“. Und er kam, wenn auch erst nach der Hauptspeise. Er war der einzige Spitzenpolitiker der Opposition, ansonsten tummelten sich auf der Gala nur Vertreter der schwarz-gelben Koalition.

Zum 40. Jubiläum der Benefizveranstaltung reiste außerdem viel Prominenz aus Sport, Wirtschaft und Show-Business in die hessische Landeshauptstadt. Außenminister Guido Westerwelle wurde von seinem Lebensgefährten Michael Mronz begleitet und lächelte den Ärger über das derzeitige Umfragetief der Partei weg. Die CSU war zumindest an diesem Abend weniger sein Problem, denn deren Vertreter Peter Ramsauer gab sich äußerst friedlich. Der Bundesverkehrsminister genoss seine Rolle als Tischherr von Franziska van Almsick, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe ist. Das Bundeskabinett war prominent vertreten in Wiesbaden: Neben Westerwelle und Ramsauer waren Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Innenminister Thomas de Maizière angereist. Letzterer hatte als Sportminister nicht nur einen beruflichen Bezug zum Ball, sondern auch einen privaten: Seine Frau Martina war früher Leistungsschwimmerin. Heute schwimme sie nur noch zum Spaß, außerdem walke sie, erzählte Frau de Maizière. Ihr Mann spiele Tennis und mit den Kindern Squash. Brüderle freute sich besonders auf „nette Begegnungen“ bei der Gala. Aktiv Sport betreibe er nicht mehr, sagte der gebürtige Pfälzer. Früher habe er Fußball und Tennis gespielt, nun wandere er nur noch.

Auch für die Moderatorin und frühere Schwimm-Weltmeisterin Kristin Otto spielt Sport im Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle. Sie versuche vor allem, ihre Tochter an Sport heranzuführen, sagte sie. Ansonsten halte sie sich fit, Joggen allerdings verabscheue sie. Uschi Glas dagegen, die mit Ehemann Dieter Hermann kam, ist im Winter und im Sommer sportlich. Sie laufe Ski und betreibe Eisstockschießen sowie Golf und Bergwandern, berichtete sie. „Sport bereichert das Leben.“

Parallelen zwischen Sportlern und Schauspielern zog Wolfgang Stumph: Beide bräuchten Talent, Glück, Ehrgeiz und ein bisschen Fleiß, und beide wollten nicht nur dabei sein, sondern ganz vorne mitspielen. Seine eigenen sportlichen Aktivitäten? „Stubbe fährt in jedem Film Fahrrad“, scherzte der Darsteller des ZDF-Kommissars Stubbe, der mit Frau und Tochter Stephanie zum ersten Mal beim Ball des Sports war.

Ums Fahrrad ging es an dem Abend weniger. Eine Woche vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Vancouver lautete das Motto „Eine Nacht auf Eis“. Zur Eröffnung zeigten zahlreiche Eiskunst- und -schnellläufer auf einer Eisfläche in der Mitte des Saals ihr Können. Der Raum war ganz als Winterwelt gestaltet: An der Bühnenwand glitzerten überdimensionale Eiskristalle, die Tischdekoration erinnerte an mit Reif überzogene Zweige. Als Eishockey-Fan outete sich die Skiläuferin und Olympia-Hoffnung Maria Riesch. Sie würde sich in Vancouver gerne einige Spiele anschauen, verriet die 25-Jährige, werde es wegen der großen Entfernungen zwischen den Veranstaltungsorten vermutlich aber nicht schaffen.

Vertreter so gut wie aller Sportarten zeigten sich in Wiesbaden. Schalke-Trainer Felix Magath und der Hoffenheimer Torwart Timo Hildebrand entspannten sich nach ihrem Bundesliga-Einsatz. Der frisch verheiratete Gewichtheber Matthias Steiner kam ohne seine schwangere Frau Inge. Auch Rennfahrer Ralf Schumacher war solo. Sein Kollege Nico Rosberg dagegen brachte seine hübsche Freundin Vivian mit, Ex-Boxerin Regina Halmich wurde wieder einmal von Papa Günter begleitet. Neben vielen anderen dabei: Die Sportlerin und der Sportler des Jahres 2009, Steffi Nerius (Speerwerfen) und Paul Biedermann (Schwimmen).

Das Menu des Abends orientierte sich der Olympischen Winterspiele wegen an Kanada. So wurde etwa als Dessert ein Walnuss-Pancake in Form eines kanadischen Ahornblattes mit Ahornsirup und Cranberryeis gereicht. Als Moderator hat wieder Johannes B. Kerner die Gäste unterhalten. Die 1 800 Karten für den Ball waren seit Anfang Dezember ausverkauft, die Sporthilfe rechnete mit einem Nettoerlös von 750 000 Euro für die Förderaufgaben.

Quelle: op-online.de

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