„Einfach alles total schön“

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Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius war von der Auszeichnung als „Sportler mit Herz“ überwältigt. Andere blieben eher cool.

Frankfurt ‐ Oliver Kahn nahm seinen Preis als „Legende des Sports“ routiniert und wortkarg entgegen, Speerwurf- Weltmeisterin Steffi Nerius war von der Auszeichnung als „Sportler mit Herz“ überwältigt. Von Inga Radel (dpa)

Es war einfach alles total schön dieses Jahr. Und jetzt noch so eine Ehrung, das freut einen ganz doll“, sagte die 37-Jährige am Samstagabend bei der Preisverleihung auf dem SportpresseBall in der Frankfurter Alten Oper. Im ungewohnten schwarzen Abendkleid, mit einem Tuch um die tätowierte Schulter und ohne Stirnband erklärte sie beim Anblick ihrer Jubel-Bilder von Berlin: „Ich bekomme immer noch Tränen in die Augen, wenn ich das sehe.“

Die Auszeichnung erhielt Nerius zum einen für ihren ersten Weltmeistertitel zum Karriereabschluss, der ihr sogar Lobeshymnen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschert hatte. Darüber hinaus wurde ihr Engagement für den Behindertensport gewürdigt. Seit 2002 arbeitet die Diplom-Sportlerin in der Behindertensport-Abteilung ihres Vereins Bayer Leverkusen. „Das ist meine Berufung und macht mir sehr großen Spaß“, sagte Nerius.

Kahn ist eine Legende

Reichlich Lob gab es auch für Ex-Nationaltorhüter Kahn, geehrt als „Legende des Sports“. Der einstige Fußball-Manager und jetzige TV-Entertainer Reiner Calmund hielt eine humorige Laudatio auf den 40-Jährigen: „Wenn ich hier alle seine Erfolge aufzählen würde, wäre der Ball zu Ende und es gäbe keine Musik und keinen Tanz.“ Kahns früherer Bayern-Kollege Lothar Matthäus, begleitet von Frau Liliana und in der Kategorie „Sportler mit Herz“ leer ausgegangen, befand: „Man muss besessen sein, der Olli ist besessen.“ Für Ski-Idol Hermann Maier ist Kahn „einfach eine charismatische Persönlichkeit.“

Kahn selber kam als einer der letzten Ball-Gäste und ging als einer der ersten. Er nahm auf der Bühne kurz den Preis entgegen und wechselte ein paar Worte mit Moderator Jörg Wontorra. Er ging auf sein Motivationsprogramm ein, mit dem er durch Schulen zieht: „Das macht viel Spaß. Gerade, wenn du vorher fast nur aufs Torwart-Dasein ausgerichtet warst, füllt dich das mit anderen Dingen.“ Dann noch ein rasches Statement zum FC Bayern: „Das ist nur eine temporäre Phase.“ Anschließend war er - als einziger Promi umringt von Bodyguards - nicht mehr zu Interviews bereit.

Mit Johny Logan bis tief in die Nacht gefeiert

Nerius dagegen amüsierte sich beim Menü von Gerd Käfer und einem Show-Act mit dem dreimaligen Grand-Prix-d'Eurovision-Sieger Johnny Logan bis tief in die Nacht. Im Vorjahr war Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner zum „Sportler mit Herz“ gekürt worden. Und wurde Sportler des Jahres.

Quelle: op-online.de

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