Einschulung ist längst Festtag

Frankfurt - Die Einschulung ist für viele Familien ein Festtag: Verwandte reisen an, fürs Mittagessen ist ein Tisch im Restaurant reserviert, und der Nachwuchs wurde neu eingekleidet.

Die Schultüten haben viele Mütter selbst gebastelt und bis zum Rand mit Süßigkeiten und Spielzeug gefüllt. Fachleute halten es zwar für angemessen, den neuen Lebensabschnitt der Kinder zu begehen, warnen aber vor Übertreibungen. Auch Eltern, die ihren Kindern den Ranzen regelmäßig in die Schule tragen, oder sie jeden Morgen mit dem Auto zur Schule fahren, werden zunehmend als überfürsorglich kritisiert.

Rund 54.000 Erstklässler werden sich am Dienstag (25. August) in Hessen erstmals auf den Weg zur Schule begeben. Für manche Eltern - oft von Einzelkindern - habe der erste Schultag ihrer Kinder inzwischen eine so große Bedeutung, dass sie das Maß aus den Augen verlören, das für die Entwicklung ihrer Söhne und Töchter gut sei, warnen Schulpsychologen.

Aus Angst, dass ihren Kindern im Verkehr etwas passiert, bringen viele Eltern ihre Kleinen regelmäßig mit dem Auto zur Grundschule. Sie parken oft in der zweiten Reihe und bleiben auch dann noch auf der Straße stehen, wenn sie nur noch ein Schwätzchen mit anderen Eltern halten. „Die ,Mama-Taxis‘ sorgen für ein hohes Verkehrsaufkommen vor den Schulen und sind so eine zusätzliche Gefahr“, mahnt ein Verkehrserzieher.

Abc-Schützen sollten den Schulweg möglichst zu Fuß zurücklegen

Wer seine Kind regelmäßig mit dem Auto zur Schule bringt, tut ihm nichts Gutes, da so das selbstständige Verhalten im Straßenverkehr erst später erlernt wird“, warnt beispielsweise der ADAC. Auch Abc-Schützen sollten den Schulweg möglichst zu Fuß zurücklegen und mit ihren Eltern vorab trainieren. Dabei müssten Gefahrenstellen besprochen und gegebenenfalls über kleine Umwege vermieden werden.

Aber längst nicht alle Kinder haben überfürsorgliche Eltern. Jedes zehnte Kind komme mit leerem Magen in die Schule, sagen Experten. Damit Kinder in der Schule fit und konzentriert seien, bräuchten sie morgens aber ein Frühstück, das viel Energie liefert.

Jeder Schüler aus einer Arbeitslosenfamilien kann zu Beginn des neuen Schuljahrs 100 Euro für ein „Schulbedarfspaket“ bekommen. Damit sollen die notwendigen Materialien wie Stifte, Hefte und Bücher angeschafft werden, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das Geld für Schulmaterial ist Teil der neuen Regelungen für Empfänger des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV), die zum 1. Juli in Kraft getreten sind.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © AP

Kommentare