„Einstimmig für Rückkehr zu G9“

Offenbach/Dreieich - Der Streit um eine Rückkehr von G-8-Schülern zum G-9-System droht zu eskalieren: Noch sitzt vielen Müttern und Vätern von Schülern an der Weibelfeldschule in Dreieich der gescheiterte Versuch in den Knochen, ihren Kindern in den fünften und sechsten Gymnasialjahrgängen ein Jahr mehr Zeit für den Lernstoff zu gönnen. Von Peter Schule-Holtey

Bei einer Abstimmung erreichten Eltern lediglich eine 90-prozentige Zustimmung für G9; das Kultusministerium fordert aber eine einstimmige Entscheidung und begründet dies mit Minderheitenschutz. Doch die unterlegenen Eltern geben nicht auf, sie drohen jetzt lautstarker denn je mit einer Klage.

Am Montag habe sich die Schulkonferenz der Weibelfeldschule einstimmig für die Rückkehr der jetzigen Förderstufenklassen zu G 9 entschieden. „Nun ist das staatliche Schulamt an der Reihe, auch unserem Votum zu folgen“, berichtet Elternbeiratsvorsitzende Stefanie Schäfer auf Anfrage unserer Zeitung. „Sollte es zu einer Klage kommen müssen, wird der Beschluss der Schulkonferenz die Rechtsgrundlage für die Klage führenden Eltern sein. Ja, es wird bei einem negativen Entscheid des Schulamts zur Klage kommen“, fügt die engagierte Elternvertreterin hinzu. Sie bedauert, dass man im Kultusministerium in Wiesbaden noch keinen Gesprächspartner gefunden habe. Man sehe auch keinen Gesprächsbedarf, da es auf der rechtlichen Seite aus der Sicht des hessischen Kultusministerium nichts zu besprechen gebe. Schäfer: „Eigentlich schade, dass die vom Volk gewählten Vertreter so mit ihren Wählern umgehen.“ Nach ihren Angaben wollen Politiker von den Grünen nun einen Antrag in den Kreistag einbringen, „der die kooperativen Gesamtschulen in ihrer Entscheidungsfreiheit zur Schulformorganisation unterstützt“.

Die Elternbeiratsvorsitzende in Dreieich verspricht sich jetzt auch Unterstützung durch Winfried Möller, Rechtswissenschaftler aus dem Kreis Gießen. Er hat vor einigen Wochen ein Rechtsgutachten vorgelegt, das auch bei vielen Eltern im Kreis Offenbach für Furore sorgte. Es kommt zu dem Ergebnis, dass aufgrund des Votums einer Schulkonferenz, die einstimmig eine Rückkehr zu G 9 beschlossen hat, ein Rechtsanspruch aller Schüler bestehe, nach G 9 unterrichtet zu werden. Die Vorgaben aus dem Ministerium sieht er als nachrangig an. Beim Verwaltungsgericht Gießen hat er im Namen seiner Tochter einen Eilantrag gestellt, mit der Hoffnung, dass das Gericht seinen Argumenten folgt und die Schülerin vom nächsten Schuljahr an nach G 9 unterrichtet wird. Auch in Dreieich ist man sehr gespannt. Schäfer: „In den nächsten Tagen kommt die Entscheidung.

Quelle: op-online.de

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