Eis in Hessen oft nicht hygienisch

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Grund für die Unhygiene könnte etwa ein nicht sorgsamer Umgang bei der Verabeitung sein.

Wiesbaden - Keime im Eis, Keime in der Sahne - die Hygienemängel in der hessischen Gastronomie haben die Politik eiskalt erwischt.

Jede siebte Speiseeis-Probe und drei von vier Sahne-Automaten fielen bei Kontrollen durch. Die Gesundheit war zwar nicht gefährdet - der Ekelfaktor ruft nun aber die Politik auf den Plan: Wegen der fehlenden Sauberkeit fordern die Oppositionsparteien im Landtag einen besseren Verbraucherschutz.

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Von einem „dringlichen Handlungssignal an die Landesregierung“ sprach die SPD-Abgeordnete Petra Fuhrmann am Dienstag in Wiesbaden. Gesundheitsschädliche Keime fand das hessische Landeslabor zwar keine, dafür aber Hinweise auf Hygienemängel, bestätigte eine Mitarbeiterin einen Bericht des Hörfunksenders hr-info. Insgesamt wurden demnach 49 von 362 Proben aus Eisdielen beanstandet, untersucht wurde Vanille-, Schokoladen- und Nusseis. Der Grund für die Keime: mangelnde Sorgfalt beim Verarbeiten oder Lagern.

Aus Fehlern lernten keineswegs alle

Das Landeslabor berichtete unter anderem von unsauberen Eisportionierern, die nicht unter fließendem Wasser abgewaschen, sondern mit schmutzigen Lappen abgewischt oder in stehendes Wasser eingetaucht worden seien. Aus Fehlern lernten keineswegs alle: In jedem dritten Fall seien bei erneuten Prüfungen dieselben Mängel kritisiert worden. Fast drei Viertel der 130 Proben aus Sahne-Automaten in Cafés, Bäckereien und Konditoreien wurden beanstandet, wie das Labor bestätigte. Auch hier wurden Keime gefunden, die auf mangelhafte Sauberkeit hindeuteten. Die Zahlen lagen den Angaben zufolge sowohl beim Eis als auch bei der Sahne in etwa auf dem Niveau der Vorjahre.

Die Opposition warf der scheidenden Verbraucherschutzministerin Silke Lautenschläger (CDU) Untätigkeit vor. Neben der SPD forderten die Grünen und die Linken mehr Transparenz. SPD und Grüne verlangten dazu eine Plakette als Belohnung für vorbildliche Betriebe. Die Linke schloss sich zudem der Forderung an, negative Testergebnisse im Internet zu veröffentlichen. Dafür sprach sich auch die CDU-Fraktion aus, die die Ergebnisse vor dem Hintergrund hoher Eis-Preise als nicht hinnehmbar bezeichnete.

„Die hygienischen Mängel müssen jetzt schnellstens beseitigt werden und die schwarzen Schafe in Zukunft härter geahndet werden“, forderte die Abgeordnete Judith Lannert. Die Sprecherin des Verbandes italienischer Speiseeishersteller Uniteis, Annalisa Carnio, erklärte, Hygiene müsse auch bei der Eisherstellung oberstes Gebot sein. Deshalb hätten sich die Mitglieder des Verbandes zu wöchentlichen Hygiene-Kontrollen verpflichtet, auch Schulungen würden angeboten.

Zu den Richtlinien des Verbandes gehöre unter anderem, dass der Eis-Portionierer immer in sauberem Wasser stehe. Uniteis hat eigenen Angaben zufolge 1200 Mitglieder mit rund 2200 Betrieben, 99 Prozent davon sind italienische Eisdielen.

dpa

Quelle: op-online.de

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