Elektronisches Ticket für Rhein-Main-Nahverkehr

Frankfurt - Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will das Fahren mit Bahnen und Bussen einfacher machen - und führt das elektronische Ticket ein: Das eTicket soll den Nutzern den Fahrkartenkauf erleichtern, wie der Vize-Aufsichtsratschef des RMV, André Kavai, mitteilte. Von Peter Schulte-Holtey

Für ihn steht fest: „Das eTicket ist die Fahrkarte der Zukunft. Mit der Einführung begibt sich der RMV in eine europaweite Vorreiterrolle beim modernen Ticketing. “.

Was sind die Unterschiede zur alten Fahrkarte?

Von wo nach wo und an welchem Tag eine Fahrkarte gilt, ist nicht mehr wie bei Papierfahrkarten aufgedruckt, sondern in einem Chip auf dem eTicket gespeichert. Auch können erstmals alle Änderungen vom eigenen PC aus beantragt werden. Nach vorheriger Registrierung oder bei Vorlage der Originalquittung ist auch ein Ersatz für übertragbare Jahreskarten möglich.

Wer kann die Tickets kaufen?

Die Umstellung betrifft zunächst nur Besitzer von Jahreskarten. Der Verkauf des neuen eTickets beginnt am 11. Dezember. „Wer heute bereits Abokunde ist, bekommt das eTicket bequem zum Gültigkeitsende der bisherigen Papier-Jahreskarte zugeschickt - die ersten Kunden haben es also bereits Ende des Jahres im Briefkasten“, so ein RMV-Sprecher. Im nächsten Schritt sollen dann weitere Fahrkarten wie Wochen- und Monatskarten oder die CleverCard auf das handliche Scheckartenformat umgestellt werden.

Wie kommt man ans eTicket?

Erhältlich ist die neue Jahreskarte an RMV-Verkaufsstellen mit dem hellblauen eTicket-Logo. Serviceleistungen gibt es auch auf der RMV-Homepage www.rmv.de. Dazu gehören nach Angaben des Verkehrsverbunds der Kauf der Jahreskarte, die Verwaltung der eigenen Daten, der Wechsel zu einem anderen Jahreskartenprodukt, die Meldung eines Verlustes sowie die damit verbundene Ersatzausstellung. „In der Verkaufsstelle oder an einem mit dem eTicket-Logo gekennzeichneten Automaten müssen die Eingaben - zum Beispiel zu Kauf und Ticketverlängerung - aber dann noch bestätigt werden“, erläuterte eine Sprecherin des Verkehrsverbunds auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie gehen Kontrolleure vor?

Sie überprüfen mit speziellen Lesegeräten die Gültigkeit der Tickets. Alternativ zur personalisierten Chipkarte gibt es eine anonyme Variante, mit der keine Kundendaten erfasst werden.

Wie sicher sind denn die neuen Tickets?

„Selbstverständlich wird beim eTicket RheinMain das Thema Datenschutz groß geschrieben“, wirbt der RMV. So würden nur Daten gespeichert, „die zur Kontrolle und zur Abwicklung des Vertrags notwendig sind und bereits heute bei der Papiervariante der Jahreskarten erfasst und gespeichert werden“. Da auf der Chipkarte keine persönlichen Daten gespeichert seien, könnten auch keine Bewegungsprofile erstellt werden.

Wird das System ausgebaut?

Die Chipkarte sollen Kunden auf lange Sicht auch außerhalb des heimischen Verkehrsverbunds nutzen können. Dank der technischen Kompatibilität der eTicket-Systeme werde es in Zukunft möglich sein, Fahrkarten über Verbund- und Anbietergrenzen hinaus zu erwerben, heißt es. Fest im Blick hat der RMV auch das Ziel der automatisierten Preisfindung, bei der der Fahrgast nach dem Aussteigen den günstigsten Tarif berechnet bekommt.

Quelle: op-online.de

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