Gefangene in einer Welt am Abgrund

„Elisabeth: Das Musical“ kommt wieder nach Frankfurt

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Roberta Valentini ist die neue Elisabeth in der mittlerweile zum Dauerbrenner avancierten Musical-Produktion. Seit 2011 verkörpert Mark Seibert den Tod.

Offenbach/Frankfurt - Fast jeder kennt die berühmten „Sissi“-Filme aus den 50er Jahren - mittlerweile fast ebenso bekannt ist aber auch die Musical-Version „Elisabeth“, die auf ihrer aktuellen Deutschlandtournee auch nach Frankfurt kommt. Von Felix Simon 

Die Handlung ist schnell erzählt: Elisabeth verliebt sich in den österreichischen Kaiser Franz Joseph, die beiden heiraten, doch der Druck am Hof ist zu groß. Die junge Frau zerbricht an den Erwartungen. Gefangen in einer eigentlich längst untergegangenen Welt, die sich und ihrer Dekadenz schon lange überdrüssig ist, scheint nur der Tod, der immer wieder um Elisabeth wirbt, sie glücklich zu machen. Auf die ersehnte Erlösung muss sie jedoch lange warten. All das wird zu einem Musical der großen Gefühle verarbeitet, mit bewegenden Melodien und opulentem Bühnenbild. Immer auch an der Grenze zum Kitsch nimmt sich das Stück selbst aufs Korn, wenn zum Beispiel der Sisi-Mörder Lucheni (Kurosch Abbasi) die Lust am schönen Schein in einer rasanten Funk-Nummer besingt. Roberta Valentini, die den Part der Elisabeth neu übernommen hat, spielt diese mit Verve und in einer ergreifenden Verletzlichkeit. Ihr gelingt es, die Kaiserin in ihrer ganzen Vielfältigkeit auf der Bühne lebendig werden zu lassen.

Fragt man die Darsteller nach dem Erfolgsgeheimnis, ist die Antwort einhellig: Elisabeth ist im Prinzip eine moderne Figur und mit ihren Problemen nicht so weit von uns entfernt, wie man glauben mag. „Sich gegen alle Widerstände treu zu bleiben ist auch heute noch wichtig“, betont Mark Seibert, der seit 2011 den Tod verkörpert. „Natürlich haben auch die Filme einen Grundstein gelegt“, pflichtet ihm Valentini bei, „aber letztendlich zählen die Musik und eine gute Handlung. Das kommt an bei den Zuschauern.“

Musik kommt fast von alleine

Karten und weitere Informationen gibt es im Internet.

Geschrieben wurde die Musik von Sylvester Levay, während Text und Handlung aus der Feder des international erfolgreichen Songwriters Michael Kunze stammen. „Eigentlich war es gar nicht so schwierig“, gesteht Levay auf die Frage nach seiner Arbeit an Elisabeth. „Der Text von Michael Kunze war so gut, da kam die Musik fast von allein. Und ob es etwas taugt, wusste ich immer durch meine Frau. Sie ist meine größte Kritikerin.“ Mehr als zehn Millionen Zuschauer hatte das Musical seit seiner Wiener Uraufführung 1992 weltweit. Mittlerweile zählt es zu den Klassikern, wurde in sieben Sprachen übersetzt und braucht sich damit nicht vor Welterfolgen wie „Das Phantom der Oper“ oder „König der Löwen“ zu verstecken.

Selbst in China wurde Elisabeth im vergangenen Jahr erstmals aufgeführt - vor über 2000 Premierenbesuchern in Shanghais Culture Square. Entsprechend nervös war das Ensemble. „Am schlimmsten war die Sache mit dem Applaus“, gesteht Levay, der das Musical nach Shanghai begleitete. „In Europa werden wir auch während des Stückes mit Applaus verwöhnt. In China ist das ganz anders, da klatschen die Leute erst am Ende“, erzählt er mit einem Schmunzeln. „Der Schlussapplaus war dafür dann umso frenetischer.“

Nach dem Gastspiel in Asien ist nun aber erst einmal wieder Deutschland an der Reihe. Nach Stationen in München und Essen ist Elisabeth noch bis Mitte August im österreichischen Linz zu Gast, bevor es am 16. Dezember auch nach Frankfurt in die Alte Oper kommt. Musicalfans haben dann bis zum dritten Januar Zeit, eine der Vorstellungen zu besuchen und sich in die untergehende Welt des Kaiserreichs entführen zu lassen.

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Quelle: op-online.de

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