Elisabeth-Norgall-Preis für Juristin Jasmina Prpic

Unermüdlicher Einsatz für Frauenrechte

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Jasmina Prpic

Frankfurt - Die in Freiburg lebende Juristin Jasmina Prpic ist gestern mit dem mit 6000 Euro dotierten Elisabeth-Norgall-Preis des International Women’s Club of Frankfurt (IWC) ausgezeichnet worden. Von Christian Riethmüller 

Der Club würdigt damit Prpics Einsatz für den von ihr gemeinsam mit elf Kolleginnen gegründeten Verein „Anwältinnen ohne Grenzen“. Der Verein kämpft für die Durchsetzung der Menschenrechte von Frauen und den Abbau jeglicher Form von Ungleichbehandlung in In- und Ausland.

Neben Prpics hohem ehrenamtlichen Einsatz für den Verein, dem sie seit seiner Gründung vorsteht, ist nach Ansicht der Preis-Jury auch die persönliche Geschichte der Preisträgerin beispielhaft für die Intention des Elisabeth-Norgall-Preises, die Völkerverständigung und ein friedliches Miteinander zu fördern.

Im Jahr 1954 in Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) geboren, war Jasmina Prpic im früheren Jugoslawien als Richterin tätig. Nach Ausbruch des Jugoslawienkrieges musste sie 1992 mit ihren beiden damals noch kleinen Töchtern fliehen. Mit nichts als einer kleinen Reisetasche kamen sie nach Freiburg. Prpic sprach kein Deutsch und ihre juristische Ausbildung wurde hier nicht anerkannt.

Von der Putzfrau zur Juristin

Doch sie ließ sich nicht entmutigen, paukte die deutsche Sprache, arbeitete als Putzfrau und Kellnerin und nahm schließlich an der Universität Freiburg ein juristisches Aufbaustudium auf. Eine Seminararbeit über „Vergewaltigung als Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit“ gelangte in die Hände von Mitarbeitern der Organisation medica mondiale e.V., in deren Auftrag Jasmina Prpic dann drei Jahre im Kosovo tätig war, um mögliche Zeuginnen von Vergewaltigungen vor das Haager Tribunal gegen Kriegsverbrecher zu begleiten und juristisch zu betreuen.

Wie die Anwältin gestern in Frankfurt sagte, wurde ihr bei ihrer Arbeit auf dem Balkan deutlich, wie wichtig die juristische Unterstützung für Frauen und Frauenorganisationen ist. Aus diesem Impuls heraus gründete sie am 6. November 2007 den Verein „Anwältinnen ohne Grenzen“, dem mittlerweile Juristinnen aus 26 Ländern angehören, die sich weltweit für Frauenrechte stark machen. Der Verein finanziert seine Arbeit über Spenden.

Quelle: op-online.de

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