European Business School

Eliteschule in Nöten

Wiesbaden - Die private European Business School (EBS) hat nach Aussage ihres früheren Präsidenten Christopher Jahns nach 2006 dringend neue Geldquellen gesucht.

„Das Bild war grausam“, sagte der wegen Untreue angeklagte Jahnsam Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden zur finanziellen Lage der Hochschule. Er habe als neuer Rektor damals nur zwei Auswege gesehen, nämlich öffentliche Förderung zu finden oder mehr Drittmittel der Industrie einzuwerben.

Einen ersten Antrag, die Business School mit jährlich 5,4 Millionen Euro zu fördern, habe das hessische Wissenschaftsministerium abgelehnt. 23 Millionen Euro an Steuergeld erhielt die EBS schließlich ab 2008 zum Aufbau einer Jura-Fakultät.

Insolvenzverschleppung?

Mit dieser Förderung befasst sich ein Untersuchungsausschuss des Landtags. Am Mittwoch teilte das Wissenschaftsministerium mit, die neue Universität bekomme 690. 000 Euro ausbezahlt. Die Rate war zurückgehalten worden. Sie fiel um 123.000 Euro geringer aus – die Hochschule habe diese Summe 2011 nicht zweckgebunden für den Aufbau der Jurafakultät ausgegeben, sagte Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Zuvor hatte die EBS bereits eine Million Euro zurückzahlen müssen. „Damit entsteht der Eindruck, dass die Falschverwendung von Fördermitteln eher die Regel als die Ausnahme bei dem Projekt Law School war“, erklärte der SPD-Abgeordnete Marius Weiß. Jahns Aussage deute darauf hin, dass der Ausbau zur Uni einer Insolvenzverschleppung diente, sagte Daniel May (Grüne).

Jahns muss sich vor Gericht wegen Untreue verantworten. Laut Anklage kassierte die Schweizer Beratungsfirma BrainNet, an der Jahns beteiligt war, 180.000 Euro von der EBS ohne Gegenleistung. Dagegen erläuterte Jahns, BrainNet habe ihm Zugang zu Großfirmen verschafft und Konzepte erstellt, um an Drittmittel zu kommen.

dpa

Quelle: op-online.de

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