Ende der Bescheidenheit

Frankfurt/Rhein-Main - Das Auto der Zukunft tankt seine Energie an der Steckdose. Das glauben zumindest die Automobilhersteller und haben so ziemlich alle ein Fahrzeug mit Elektromotor parat. Am weitesten fortgeschritten ist die Technik beim Mitsubishi iMIEV.

Da jedoch Mitsubishi wie unter anderem Honda und Nissan der Messe fern bleibt, kann der Elektro-Stadtflitzer nur bei den Kooperationspartnern Peugeot/Citroën bewundert werden, wo er iOn heißt. Lediglich im Testeinsatz sind der E-Mini und der Elektro-Smart. Ebenfalls nicht untätig in Sachen Stromantrieb war Opel; die Rüsselsheimer wollen mit dem Ampera ein Elektroauto mit Reichweitenverlängerung auf den Markt bringen. VW hat dem Up einen kleinen E-Antrieb eingepflanzt und macht damit dem strombetriebenen Toyota iQ Konkurrenz.

Aber nicht nur sparsame Kleinwagen werden unter Strom gesetzt. Audi elektrifiziert das andere Ende seines Modellangebots, nämlich den PS-starken Sportwagen R8. Und Daimler verleiht dem SLS AMG nicht nur Flügel, sondern auch einen E-Motor. Eine ganze Reihe von Elektroautos hat Renault angekündigt und präsentiert die mit Nissan entwickelte Technik im Konzeptfahrzeugs.

Noch nicht vergessen ist der Hybrid-Motor

Etwas ins Hintertreffen geraten, aber noch lange nicht vergessen ist der Hybrid-Motor. Peugeot setzt auf die Kombination mit einem Dieselmotor und zeigt gleich zwei Modelle: den Peugeot 3008 und den Peugeot RCZ als „Hybrid4“-Versionen. Auch BMW hat zwei Modelle mit nach Frankfurt gebracht: den Active Hybrid 7 sowie den X6 Hybrid, beide schöpfen ihre Kraft aus der Kooperation von Verbrennungs- und Elektromotor. Ein neues Kleid hat der Plug-in-Hybrid Toyota PHEV erhalten und trägt nun die Züge des neuen Prius Hybrid. Premiere feiert Toyotas „Hybrid Synergy Drive“ im Kompaktodell Auris.

Der Kleinwagen-Boom ist hingegen erst einmal vorbei. Zwar zeigen sich mit der dreitürigen Version des neuen VW Polo, dem Citroen C3 und dem Chevrolet Spark auch in Frankfurt neue Stadtflitzer, der Fokus liegt aber bei den größeren Modellen.

Zu den Höhepunkten zählt auf alle Fälle die neue Generation des Opel Astra, der dem im vergangenen Jahr renovierten Golf Kunden abjagen will. Gelingen soll das mit der klassengrößten Karosserie, Design-Anleihen beim erfolgreichen Mittelklassemodell Insignia und spitz kalkulierten Preisen.

Es tut sich was in der Kompaktklasse

Auch bei den Ablegern der Kompakt-Klasse tut sich etwas. So kommt mit dem BMW X1 der kleinere Bruder des X3 nach Frankfurt, ein knapp viereinhalb Meter langes Kompakt-SUV, das wahlweise mit Front- oder Allradantrieb zu haben ist. Peugeot nutzt die Basis seines Kompaktmodells 308 für das 2+2-sitzige Coupé RCZ, das mit großem Kuppel-Glasdach und neuem Turbobenziner gegen den Audi TT antritt. VW motzt den Golf auf und spendiert der neuen R-Version eine auf 270 PS verstärkte Version des aus dem Golf GTI bekannten Turbomotors. Mit neuem Familiengesicht präsentieren sich Golf Variant sowie der Kompakt-Van Touran.

In der oberen Mittelklasse hat Mercedes-Benz die neue Kombi-Version der E-Klasse im Gepäck. Ganz neue Nischen eröffnen Audi und BMW in der gehobenen Business-Klasse. Als Mischung aus Limousine, Coupé und Kombi will der viertürige Audi A5 Sportback designverliebte Familienväter locken. Die fließend-elegante Linie übernimmt der Neue vom zweitürigen Audi A5, eine große Heckklappe soll die Alltagstauglichkeit auf das Niveau von Limousine und Kombi heben. Ebenfalls in neuartigem Mix tritt der BMW 5er GT an; er vereint den robusten Auftritt eines SUV mit Gran Turismo-Attributen wie coupéhafter Karosserie und hoher Reisetauglichkeit. Auch Porsche setzt auf einen Konzeptverschnitt: Der Panamera tritt als große viertürige Reiselimousine mit Coupé-Heck auf. Der Aston Martin Rapide steht mit ähnlichem Konzept ebenfalls in den Startlöchern.

Viele Sportwagen-Neuheiten

Als Einstiegsmodell der englischen Nobelmarke schwebt der gut fünf Meter lange Rolls-Royce Ghost in Frankfurt ein. Auf Basis des 7er BMW will die Limousine sänftenartigen Komfort, edles Ambiente und souveräne Motorleistung vereinen. Ähnliche Ziele setzt sich das neue Flaggschiff von Bentley. Der Nachfolger des aktuellen Arnage heißt „Mulsanne“ und wird auch einen emissionsarmen Ethanol-Motor erhalten.

Eine Preisklasse tiefer wirbt die neue Oberklassenlimousine Jaguar XJ um größere Kundenschichten. Anstatt der barocken Formen des Vorgängers sind nun dynamische Linien angesagt. Eine weitere Premiere ist auf dem Fiat-Stand zu sehen. Zum ersten Mal tritt der italienische Automobilkonzern mit seinen jüngsten Familienmitgliedern auf. So finden sich neben Autos von Fiat, Alfa Romeo, Lancia und Abarth auch die Marken Chrysler, Jeep und Dodge.

mid

Quelle: op-online.de

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