Endlich Zeit zum Kräftetanken

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Hurra, endlich Ferien! Doch vorher, genauer gesagt in der 3. Stunde, gibt es die Zeugnisse. Und da fangen für einige Schüler und ihre Familien die Probleme an.

Frankfurt - Für die 875000 Schüler in Hessen, ihre Familien und Lehrer beginnen morgen die heiß ersehnten sechswöchigen Sommerferien. Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene freuen sich auf eine Reise, auf entspannte Tage im Freibad oder auf Zeit für ihre Hobbys. Von Ira Schaible (dpa)

Zuvor gibt es aber in der dritten Stunde noch die Versetzungszeugnisse.

Weil die Noten des Nachwuchses in vielen Familien zu Diskussionen führen, bieten die 15 Staatlichen Schulämter am Tag der Zeugnisausgabe Schülern und Eltern telefonische Beratung. Sie geben auch Tipps, wenn Kinder nur nach bestandener Nachprüfung versetzt werden. „Für Eltern ist es ganz wichtig, die Gründe für das Schulversagen ihres Kindes zu analysieren, sie werden jetzt als Ratgeber, Tröster, Ermahner und Motivator gebraucht“, heißt es im Elternbrief des Kultusministeriums.

Ministerin Dorothea Henzler (FDP) rät den Schülern, ihre Noten als Ansporn für ein erfolgreiches nächstes Schuljahr zu sehen. Sowohl Schüler als auch Lehrkräfte sollten sich in den Ferien von dem zurückliegenden Schuljahr erholen und Kraft für das neue Schuljahr tanken, das am 24. August beginnt.

Das sehen Schulpsychologen ähnlich: Kinder und Jugendliche müssten in den großen Ferien Abstand zur Schule und den Alltagsanforderungen bekommen. „Die Schüler brauchen eine Phase, in der sie abschalten können“, sagt Stefan Drewes vom Berufsverband Deutscher Psychologen. Optimal sei „ein gutes Mittelding“ aus Freizeit und einem geplanten Ferienteil, der neue Eindrücke und Erlebnisse ermögliche.

Rund 63 950 Jungen und Mädchen kehren der Schule mit einem Abschluss den Rücken und lernen entweder auf einer weiterführenden Schule weiter oder bemühen sich um eine Lehrstelle und einen Studienplatz. Etwa 18 400 Schüler haben das Abitur bestanden, einen Realschulabschluss haben rund 28 600 Jungen und Mädchen erreicht. 14 500 gehen mit dem Hauptschulabschluss ab und 2100 mit einem Abschluss der Förderschulen.

Beratungstelefon

Am Freitag, dem Tag der Zeugnisausgabe, wird im Staatlichen Schulamt für Stadt und Kreis Offenbach ein Beratungstelefon für Eltern und Schüler eingerichtet. Schulfachleute, Schulverwaltungsfachleute und Schulpsychologen sind erreichbar unter.

Telefon: 069-800-53-263

Einen Ferienjob zu ergattern wird nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten jedes Jahr schwieriger. Die 400-Euro-Jobs hätten den Bedarf, Schüler zu beschäftigen, deutlich verringert, sagt Angela Köth von der Bundesarbeitsagentur. „Das Angebot an Ferienjobs wird von Jahr zu Jahr schlechter und jetzt, wo viele Firmen Kurzarbeit anmelden, haben sie sicherlich nicht die Spitzen, um Schüler einzustellen.“ Die besten Möglichkeiten hätten Schüler im Dienstleistungssektor. Als Beispiele nennt Köth Brötchen verkaufen, in Sandwich-Bars aushelfen oder Zeitung austragen. Möglicherweise biete auch manches Altenheim einen Job. Köth rät: „Vor Ort fragen und auf Aushänge achten.“

Quelle: op-online.de

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