Energiewende: Handwerk macht Druck

Frankfurt- Das Handwerk hat die Politik bei der Energiewende in die Pflicht genommen. „Wir brauchen die politischen Rahmenbedingungen“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Bernd Ehinger, gestern. Von Marc Kuhn

Vor etwa einem Jahr habe die Bundesregierung ein Gesetz für die energetische Sanierung von Häusern auf den Weg gebracht. Dies habe die Länderkammer aufgehalten. Nun sei das Gesetz im Vermittlungsausschuss. Zusätzliche steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Privathaushalte seien aber wichtig, erklärte Ehinger in Frankfurt. Wegen der Unsicherheit würden sich die Kunden zurückhalten und den Handwerkern keine Aufträge erteilen. „Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, dann müssen wir jetzt handeln. “ Peter Mensinger, Regionalobermeister Frankfurt der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main, erklärte: „Das Handwerk kann das. Ohne das Handwerk geht es nicht. “.

Die Förderung solle auch für einzelne Maßnahmen wie eine Heizungserneuerung gelten, nicht nur für „Globalsanierungen“, verlangte Mensinger. Das Handwerk wolle keine Subventionen, fügte Ehinger hinzu. „Was investiert wird, kommt mehrfach in das Steuersäckel zurück“ - beispielsweise über die Mehrwertsteuer.

„Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist fünf nach zwölf“

Zurzeit würden lediglich 0,75 Prozent der Gebäude saniert, berichtete Ehinger. Um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen - eine Verringerung der CO2-Emissionen um 20 Prozent bi 2020 - müssten es mindestens 3 Prozent sein.

35 Prozent der Energie werde in Deutschland für Wärme und warmes Wasser eingesetzt, erläuterte der Landesinnungsmeister des Fachverbands Sanitär, Heizung, Klimatechnik Hessen, Jürgen Jakob. Deshalb müsste Energie eingespart werden. „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist fünf nach zwölf.“

Die Handwerkskammer hat auf ihrer Homepage einen Rechner eingestellt, in den Daten von Häusern eingegeben werden können. Dann wird der Sanierungsbedarf aufgezeigt. Da der Rechner nur von Betrieben genutzt werden kann, müssen sich Kunden an sie wenden.

Quelle: op-online.de

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