Erde bebt im Rhein-Main-Gebiet

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Mancher ist aufgewacht: Im Rhein-Main-Gebiet hat in der Nacht zum Dienstag die Erde gebebt - ein Seismograph bildet die Erdstöße ab.

Frankfurt - Mancher ist davon aus dem Schlaf hochgeschreckt: Im Rhein-Main-Gebiet hat in der Nacht zum Dienstag die Erde gebebt.

Das Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) berichtete von einem Beben der Stärke 3,2 um 2.42 Uhr. Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam sprach sogar von einer Stärke von 3,5. Am frühen Morgen waren noch höhere Werte gemeldet worden. Laut Polizei in Wiesbaden war das Beben in der Region um Frankfurt-Wiesbaden-Rüsselsheim spürbar.

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Erdstöße sorgten für große Unruhe

Das Beben habe knapp fünf Sekunden gedauert, sagte HULG- Geophysiker Matthias Kracht. Es sei im Umfeld von bis zu 20 Kilometern um das Epizentrum bei Kriftel spürbar gewesen. „Schäden wurden aber nicht gemeldet.“ Das letzte Mal habe es bei einem Erdbeben im Jahr 1869 Gebäudeschäden gegeben. Im Hessen wackelt die Erde ein bis drei Mal im Jahr, wie der Experte sagte. Grund sei der nördliche Oberrheingraben: „Eine Platte unter Afrika schiebt sich gegen die europäische und baut so die Alpen auf. Dahinter erstreckt sich der Graben bis hoch in die Kölner Bucht.“ Oft fielen die Erdbeben nicht auf. „Diesmal war es aber in einem dicht besiedelten Gebiet“, sagte Kracht.

Augenzeugen berichteten von knarzenden Dächern und ruckelnden Betten. „Es ist, wie wenn ein Zug durchs Wohnzimmer fährt“, sagte auch Kracht. Nach ersten Erkenntnissen habe es kein Nachbeben gegeben. Dies sei aber auch in den kommenden Tagen noch möglich, sagte Kracht.

Mehrmals pro Jahr bebt in Hessen nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie die Erde:

November 1975, Epizentrum: Echzel(Wetterau), Stärke: 3,6 - 4.

November 1979, Epizentrum: Wiesbaden, Stärke: 3,3 - 26.

Mai 1990, Epizentrum: Frankfurt, Stärke: 3,8 - 29.

November 1997, Epizentrum: Bad Camberg (Taunus), Stärke: 4,0 - 29. Juni 2010, Epizentrum: Kriftel (Main-Taunus-Kreis), Stärke: 3,2

Quelle: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie

Besorgte Bürger meldeten sich über Notruf bei den Polizeidienststellen in Frankfurt und Wiesbaden sowie bei der Frankfurter Feuerwehr. In Frankfurt waren die südlichen und westlichen Stadtteile betroffen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Zu Schäden sei es aber nicht gekommen. Die Feuerwehr musste nach Angaben eines Sprechers kein einziges Mal ausrücken. Die Feuerwehren in Wiesbaden und Rüsselsheim alarmierte in der Nacht niemand.
dpa

Quelle: op-online.de

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