Tanzen gehn beim Prinz

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Marcus Eberhard Edward von Anhalt mit seinen Begleiterinnen.

Frankfurt - Zufrieden und mit breitem Grinsen sitzt er auf dem goldenen Sofa, um den Hals die breite Kette mit einer fetten Krone als Anhänger, dicke Ringe an den Fingern und den Edelzeitmesser am Handgelenk. Aufgeregt ist der Prinz eine Stunde vor der Eröffnung seines neuen Clubs nicht. Von Thomas Holzamer

„Ich mach‘ das ja heute nicht zum ersten Mal“, sagt er, und in seiner Stimme schwingt die tiefe Überzeugung mit, dass mit Sicherheit nichts schief gehen kann an diesem Abend.

Prinz Marcus Eberhard Edward von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien heißt der neue Disco-Chef mit vollem Namen, seit ihn Frédéric Prinz von Anhalt 2006 adoptiert hat. Doch so ganz können Titel und Vermögen nicht über die Herkunft des gelernten Metzgers Marcus Eberhard - so hieß er bei seiner Geburt 1969 in Pforzheim - hinwegtäuschen. Sein Millionenvermögen hat der Selfmade-Prinz als Besitzer zahlreicher Nachtclubs und der Tabledance-Kette Pure Platinum gemacht, und das merkt man dem Playboy auch noch deutlich an. Schwer behängt mit funkelndem Schmuck und stets umringt von aufreizend gekleideten Damen, wirkt der Clubbesitzer eher prollig denn adlig.

Der Prinz ist bekannt für seinen extravaganten Lebensstil, und wenn es seiner Meinung nach in einer Stadt an einem Platz zum gediegenen Abfeiern mangelt, dann behilft sich seine Durchlaucht selbst und eröffnet einfach einen neuen Club. Das hat Marcus von Anhalt jetzt in Frankfurt getan. „Das einzige, was hier fehlt, ist eine wirklich exclusive Diskothek, in der man richtig abfeiern kann“, sagt der Clubbesitzer. Am Donnerstag öffnete der „VIP-Club“ im Gebäude der ehemaligen „Galerie“ an der Düsseldorfer Straße seine Pforten, zunächst allerdings nur für geladene Gäste. Gekommen waren viele, einzig die zahlreichen geladenen Stars und Sternchen ließen vergeblich auf sich warten.

Getreu dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ wurde an der Einrichtung nicht gespart. Und so sind die ledernen Designersofas mit Swarovski-Kristallen besetzt. Echte Hingucker sind die von unten beleuchtete Tanzfläche und die LED-Technik, die komplette Wände zum Leuchten bringt.

Die zehn Meter lange Bar ist das Herzstück des Clubs.

Doch nicht nur die opulente Einrichtung, sondern auch das Sortiment an Getränken hinter der zehn Meter langen Bar unterstreicht den Luxus-Anspruch: Diverse Single Malts, edler Champagner und Wodka aus der Magnumflasche. Die wird selbstverständlich mit einem kleinen Feuerwerk serviert. Selbst beim Wasser kann das zahlungskräftige Partyvolk dem Luxus fröhnen. „Bling - H2O“ heißt die amerikanische Trendsorte für Stars. Statt eines Etiketts formen glitzernde Steine den Namenszug. Auf der Gallerie im oberen Stockwerk soll neben einer Raucherlounge ein großzügiger VIP-Bereich die Schönen und Reichen zum Besuch des Clubs locken. Bis zu 40 000 Euro kann man hier für eine Flasche Premium-Wodka hinlegen.

Doch auch dem „stylisch gekleideten Normalverdiener“ soll der Nobel-Tanztempel offen stehen. Freier Eintritt und erschwingliche Getränkepreise sind immerhin zugesagt. Schwierig könnte es allerdings für Männer werden, denn der Prinz hegt neben dem angepeilten Mindestalter von 25 Jahren noch eine weitere Hoffnung: „Ich wünsche mir einen Frauenanteil von 70 Prozent bei den Gästen.“

Quelle: op-online.de

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