Eröffnung Osthafenbrücke

Bauwerk ins neue Ostend

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Verkehrsdezernent Stefan Majer rechnet mit „autobahnähnlichen Zuständen“ auf der neuen Brücke.

Frankfurt - Es ist soweit: Nachdem im August 2012 Schwerlastkräne die neue Osthafenbrücke spektakulär einschwammen, rollen seit gestern die ersten Fahrzeuge über das mit 24 Metern Breite und 175 Metern Stützweite imposante Bauwerk und dessen Verlängerung – die runderneuerte Honsellbrücke.

Insgesamt dauerten die Bauarbeiten an dem Brücken-Ensemble rund zwei Jahre. Vor allem der strenge Winter zu Beginn dieses Jahres verzögerte die Arbeiten und damit die Freigabe der Brücken für den Verkehr. Ursprünglich sollte die Überquerung schon im Sommer nutzbar sein.

Die pfeilerlose Osthafenbrücke verbindet das Südufer des Mains (Deutschherrnufer) und den Molenkopf im Frankfurter Osthafen. Daran schließen sich die kleinere denkmalgeschützte Honsellbrücke sowie eine Rampe an. Die Sanierung des 1911 errichteten Bauwerks mit seinen alten Beton-Widerlagern kostete rund 17 Millionen Euro, sie erlaubt nun auch dem Schwerlastverkehr die Nutzung. Die Kosten für die Osthafenbrücke veranschlagt Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer gestern auf geschätzte 30 Millionen Euro. „Das entspräche zehn Millionen Euro Minderkosten, darauf können wir stolz sein!“

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Mit „autobahnähnlichen Zuständen“ auf der Osthafenbrücke rechnet der Verkehrsdezernent indes nicht. „Wir schätzen zwar, dass der Verkehr auf Alter Brücke, Ignatz-Bubis- und Flößerbrücke um rund zehn Prozent zurückgehen wird, während wir auf der Gerbermühlstraße und am Kaiserleikreisel von rund zehn Prozent mehr ausgehen.“ Das aber seien „tolerable Größenordnungen“. Die Frankfurter Verkehrsleitzentrale habe den Verkehrsfluss stets im Blick. Vorrang habe, betont Gert Stahnke vom Frankfurter Straßenverkehrsamt, der Verkehr auf der Gerbermühlstraße. „Und Induktionsschleifen regeln bedarfsweise die Ampelphasen.“

Insgesamt lässt sich die Stadt alle Verkehrsmaßnahmen im Frankfurter Osten, der zu einem neuen urbanen Zentrum werden soll, bis zu 103 Millionen Euro kosten. Zwischen Hanauer Landstraße und Main musste die Stadt praktisch alle Straßen erneuern. Breite Straßenquerschnitte mit Parkplätzen, neue Rad- und Gehwege, neue Überwege sowie eine moderne Straßenbeleuchtung sind dort bereits entstanden. Im kommenden Jahr sollen die Straßenbauarbeiten an der Hanauer Landstraße und am Osthafenplatz weitergehen.

Idee schon hundert Jahre alt

Geplant wurde die neue Brücke noch vom Vorgänger des heutigen Verkehrsdezernenten Stefan Majer. Der vor drei Jahren gestorbene Lutz Sikorski gilt als einer der Väter des Projekts. Die Idee des Brückenschlags in Höhe des Osthafens ist indes schon hundert Jahre alt – so alt, wie der Osthafen selbst.

Illuminiert wird das neue vom Frankfurter Architekten Ferdinand Heide entworfenen Bauwerk mithilfe von LED-Leuchten, die im Handlauf des Fahrbahngeländers integriert sind. „Wir wollten außerdem auf typische Laternenmasten verzichten“, erläutert Heide, „weshalb wir die Straßenbeleuchtung an die Brückenbögen angebracht haben.“

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Quelle: op-online.de

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