Frau wegen Babyentführung angeklagt

Frankfurt - Eine Erzieherin soll ein Baby aus dem Krankenhaus in Frankfurt-Höchst entführt und als ihr eigenes Kind ausgegeben haben. Bei der Tat gab sich die Frau als Pflegepersonal aus. Nun steht sie bald wegen Kindesentziehung und Körperverletzung vor Gericht.

Der 29 Jahre alten Frau werde Kindesentziehung und Körperverletzung vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu. Der Vorwurf der Körperverletzung bezieht sich auf die psychischen Folgen, die die Tat für die Eltern des entführten Mädchens hatte. Die Polizei hatte das Kind noch am selben Tag zurückbringen können.

Die angeklagte Frau war im Dezember 2010 auf der Säuglingsstation des Krankenhauses in Frankfurt-Höchst erschienen, wo sie wegen ihrer hellen Kleidung den Eindruck erweckte, sie gehöre zum Pflegepersonal. Der Mutter des erst wenige Stunden alten Mädchens sagte sie, das Kind müsse zur Ultraschall-Untersuchung. Dann verschwand sie mit dem Baby.

Der Polizei gelang es nach einer Großfahndung jedoch bereits am Abend des Tattages, das Kind der verzweifelten Mutter zurückzugeben. Die Frau war zwischenzeitlich ohnmächtig vor Angst geworden. Den Ermittlungen zufolge hatte die 29-Jährige mehrfach versucht, ein Kind zu bekommen. Alle Schwangerschaften seien aber erfolglos gewesen, sagte Möller-Scheu. In ihrem Bekanntenkreis und auch bei ihrer Lebensgefährtin aber habe sie vor der Tat den Eindruck erweckt, erneut schwanger zu sein. Nach der Entführung des Babys habe sie das Kind vor ihrer Lebenspartnerin als ihr eigenes ausgegeben. Ein Verhandlungstermin beim Landgericht steht noch nicht fest.

dpa

Quelle: op-online.de

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