Alkoholexzessen und Drohungen

Ex-Freundin mit 20 Messerstichen getötet: Über zwölf Jahre Haft

Marburg - Ein 25-Jähriger sticht 20-mal auf seine Ex-Freundin ein. Die junge Frau stirbt nach zehn Wochen im Krankenhaus. Der Mann hatte zur Tatzeit 2,7 Promille Alkohol im Blut. Er wird zu mehr als zwölf Jahren Haft verurteilt.

Das Marburger Landgericht hat einen 25-jährigen Mann aus dem mittelhessischen Bad Endbach wegen Mordes zu 12 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Er hatte am Rosenmontag diese Jahres seine 18 Jahre alte Ex-Freundin in der Wohnung von deren Eltern mit einem 30 Zentimeter langen Keramikmesser so schwer verletzt, dass sie zehn Wochen und 32 Operationen später im Krankenhaus starb. Der 25-Jährige hatte die Tat gestanden. Gegenüber Zeugen hatte der Mann angekündigt, das Mädchen zu töten, falls es sich einem anderen zuwende. Auch am Morgen vor der Tat hatte er seiner früheren Freundin am Telefon mit dem Tod gedroht. Das Opfer hatte mit 16 Jahren eine Beziehung mit dem damals 22-Jährigen begonnen und war mit ihm zusammengezogen. Nach wenigen Wochen floh das Mädchen wegen Alkoholexzessen und Drohungen zu ihren Eltern und kehrte nicht mehr zu ihm zurück. Dennoch hielt sie weiter Kontakt zu dem Mann.

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Täter verletzt Ex-Freundin tödlich

"Sie hat sich überschätzt und gedacht, sie könne ihm helfen", sagte die Anwältin der Eltern des Opfers. Am Tag der Tat nahm der Mann ein 30 Zentimeter langes Keramikmesser aus seiner Küche nach Angaben der Staatsanwaltschaft und fuhr in die Wohnung des Opfers und ihrer Eltern. Er stieß die Mutter beiseite, verfolgte das flüchtende Mädchen und verletzte es mit mehr als 20 Messerstichen. Unter anderem schlitzte er ihm den Bauch auf. Das Mädchen starb nach zehn Wochen an Organversagen. Die psychiatrische Gutachterin hatte dem Mann verminderte Schuldfähigkeit bescheinigt, weil er bei der Tat bis zu 2,7 Promille Alkohol im Blut hatte. "Immer, wenn er getrunken hat, rastete er aus. Nüchtern hätte er die Tat nicht begangen", vermutete sie. Er sei aber aufgrund seiner langjährigen Gewöhnung an Alkohol nicht vollständig steuerungsunfähig gewesen.

Geiselnahme in Frankfurt-Sachsenhausen

Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen Mordes aus niederen Beweggründen eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren und vier Monaten. "Er hat sie getötet, um seinen alleinigen Besitzanspruch durchzusetzen", sagte der Staatsanwalt. Die Vertreterin der Eltern sprach von einer "Bestrafung", weil das Mädchen ihn verlassen hatte. Dagegen sahen die beiden Verteidiger eine spontane Tat aus Verzweiflung. Sie beantragten acht Jahre Haft wegen Totschlags. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte muss den Eltern des Opfers außerdem 30.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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