Experimente sind gewünscht

Frankfurt - (isi) Ein neues Forum zum Experimentieren steht Schauspielern, Tänzern und Musikern seit Montag in Frankfurt zur Verfügung. Im Gallusviertel wurde in der ehemaligen Aufführungshalle Schmidtstraße 12 des Schauspiels Frankfurt das „Frankfurt LAB - Das Labor der Moderne für Frankfurt RheinMain“ gegründet.

Hinter dem etwas umständlichen Namen verbirgt sich eine illustre Allianz. In diesem Laboratorium werden die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, das Künstlerhaus Mousonturm, das Ensemble Modern, die Hessische Theaterakademie und die Forsythe Company eng zusammenarbeiten, um neue performative Formen zu erproben und möglicherweise auch international zu einem Impulsgeber der zeitgenössischen Kunst zu werden.

So wünschen es sich die zu einem Verein zusammengeschlossenen Partner und so wünschen es sich auch die Förderer. Hauptgeldgeber des LAB ist der Kulturfonds FrankfurtRheinMain, der damit ein weiteres Projekt unterstützt, das geeignet ist, die kulturelle Bedeutung der Rhein-Main-Region zu stärken und außerdem auch Strahlkraft über Grenzen hinweg entwickeln könnte. Mit dem Ensemble Modern im Bereich Neue Musik und der Forsythe Company im Bereich Tanz gehören dem LAB gleich zwei Gruppierungen an, die in ihren Segmenten Weltruf genießen.

Spontane Auftritte immer möglich

Angelegt ist das Projekt zunächst auf vier Jahre, für die der Kulturfonds insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Als weitere Förderer sind die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, die 250.000 Euro beisteuert, und die Stiftung der BHF-Bank, die 100.000 Euro gibt, mit im Boot.

Zwar haben sich die Partner verpflichtet, dass die Aufführungshalle, zu der auch noch eine kleinere Halle gehört, möglichst kontinuierlich genutzt werden soll, doch wird dort nicht ein weiterer Auftrittsort mit einem festen Spielplan entstehen. Kurzfristig angesetzte oder gar spontane Auftritte und Aufführungen seien immer möglich, doch würden etwa William Forsythe und seine berühmte Company dort nicht zu festen Terminen auftreten.

Die am Frankfurt LAB beteiligten Institutionen zeigten sich daher vor allem dankbar, nun in der Stadt einen großen Probenbereich zu haben, wo sich Experimente wagen ließen. Thomas Rietschel, Präsident der Musikhochschule, berichtete etwa von einer Oper, die Lehrende und Studierende gemeinsam schreiben und dort in der Schmidtstraße zum Leben erwecken wollten.

Diese Möglichkeit, auch gerade Studenten Platz zum Experimentieren geben zu können, begeistert die Kulturschaffenden und- politiker übrigens besonders, weil hier das Zauberwort erlaubt ist: Alleinstellungsmerkmal.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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