Mitmach-Museum mit ruderndem Skelett und Riesen-Auge

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Mitmach-Museum „Experiminta“ mit ruderndem Skelett und Riesen-Auge in Frankfurt

Frankfurt - Selber machen ist das Motto des neuen Wissenschafts-Museums „Experiminta“ in Frankfurt. Groß und Klein können darin mehr als 100 Versuche machen und etwa Windhosen entstehen lassen. Von Ira Schaible

Mit ihrem ganzen Gewicht hängen sich zwei Schüler an die riesige Holz-Zange, doch sie bewegt sich kaum. Erst als es die Jungen ganz außen am Griff probieren, geht das gigantische Werkzeug ein Stück zu. Kraft und Hebelwirkung sind die Themen der Versuchsstation im neuen Mitmach-Zentrum „Experiminta“ in Frankfurt.

Weitere Informationen und Kontakt im Internetseite der „Experiminta“.

Mehr als 100 solcher Objekte sollen Kinder und Erwachsene vom 2. März an dazu anregen, spielerisch die Gesetze der Mathematik, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Technik (MINT-Fächer) zu erkunden. Rund 130.000 Besucher werden pro Jahr in der Dauerausstellung zum Anfassen erwartet, die den Organisatoren zufolge in Hessen neben dem Gießener Mathematikum einzigartig ist. Ein begehbares Auge, riesige Zerrspiegel, Ganzkörper-Seifenblasen, ein ruderndes Skelett und Sitze mit Flaschenzug gehören zu den Attraktionen der insgesamt rund 400.000 Euro teuren Versuchs-Objekte.

Spiegelbild ohne Begriffe konvex und konkav erklären

Die Museumsmacher haben bei der Anordnung der Stationen auf vier Etagen bewusst auf Fach-Bezeichnungen verzichtet. „Schnell und langsam“ heißt etwa der Raum, in dem es um die Gesetze der Bewegung geht. Bei „Sparsam und Verschwenderisch“ entsteht in einer raumhohen Plexiglas-Säule eine Windhose, und solarbetriebene Fahrzeuge werden mit Lampen gesteuert.

Die Besucher sollen in dem Wissenschafts-Zentrum alles nach Lust und Laune selbst erkunden. Neben den Stationen finden sie Tafeln, auf denen der Versuch beschrieben wird, wie Ulrich Bosler vom Mitmach-Museum sagt. Es gibt auch Erklärungen, aber ohne Fachwörter. „Die Schwierigkeit liegt darin, beispielsweise das Spiegelbild in einem Löffel zu erklären, ohne die Begriffe konvex und konkav zu benutzen“, sagt Bosler.

Herausfinden, welches Material Wärme leitet

Besucher, die das wissen wollen, könnten das Fachpersonal fragen. Das sind zum großen Teil ehrenamtliche Kräfte, denn ein Förderverein engagierter Pädagogen hat „Experiminta“ aus der Taufe gehoben. Unterstützung bekamen sie vor allem von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Mainova AG und der Stiftung Flughafen. Künftig muss sich das Haus der Wissenschaft weitgehend selbst tragen - über das Eintrittsgeld.

Nele und Paula probieren schon mal aus, mit welcher Segelform zwei kleine Fahrzeuge am schnellsten sind. „Das ist witzig“, sagt Paula. Ausdauer zeigen die Sechstklässlerinnen auch an einer Riesenhand, an der sie testen, welches Material Wärme am besten leitet. Allerdings: „Manches ist aber auch ein bisschen langweilig“, findet Nele.

dpa

Quelle: op-online.de

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