Experiminta-Museum

Chemie - diesmal von der spannenden Seite

+
Es ist eine Herausforderung, Chemieausstellungen anschaulich und spannend zu gestalten.

Frankfurt - Eine Ausstellung im Frankfurter Science-Center Experiminta zeigt, dass unser Alltag voll von Chemie steckt. Von Christina Lenz

Dies soll vor allem Schüler davon überzeugen, dass Naturwissenschaften nicht nur komplizierte Zahlenreihen produzieren, sondern spannende und nachhaltige Produkte und Erfindungen hervorbringen. Wussten Sie, dass ihr Handy 17 verschiedene chemische Substanzen enthält? Auch Ihr Haus, der Computer, Licht, Auto und sauberes Wasser wären ohne das Wissen von Chemikern aus Ihrem Leben schlicht verschwunden. Die Sonderausstellung „T-Shirts, Tüten und Tenside“ im Science-Center Experiminta in Frankfurt zeigt, dass Chemie unseren Alltag bestimmt. Der Besucher lernt diesen chemischen Alltag interaktiv an sogenannten Experimentierstationen kennen: schafft er es selbst ein Waschmittel aus verschiedenen chemischen Elementen zusammenzustellen? Und was hat Chemie mit der Seepocke zu tun, einem Meerestier, das mit Vorliebe an Schiffsrümpfen klebt?

Die Ausstattung der Schau ist keinesfalls mager.

Wer will, entsorgt auch sein altes Handy fachgerecht in der Ausstellung und erfährt, warum es auf keinen Fall im häuslichen Mülleimer landen sollte. Die Ausstellung verdeutlicht spielerisch: Viele Bereiche unseres Lebens wie Landwirtschaft, Bauen und Strom sind auf chemische Produkte angewiesen. Lange war die Chemie jedoch verschrien als umweltschädliche Industrie, die nichts als Plastik und Gestank hervorbringt. Die Ausstellung zeigt eine andere, eine umweltfreundliche Seite der Branche. Heute ist allgemein anerkannt: ein Ende des Klimawandels gelingt nur mit einer nachhaltigen Chemie. Denn es sind die Chemiker, die durch den Einsatz spezieller Baustoffe Gebäude in Passivhäuser verwandeln und dadurch viel Energie einsparen können. Sie sind es, die wissen, wie Wasser umweltschonend gereinigt wird und die die entscheidenden Materialien zur Gewinnung von Solarstrom kennen.

Die Satzsilbe „Mint“, die sich im Namen des 2008 gegründeten Science-Centers Experiminta versteckt, klingt erst einmal frisch und grün. Bei der Auflösung der Buchstabenfolge verfallen die meisten Schüler aber zunächst wohl ins Gähnen: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik verbergen sich dahinter. Nicht gerade die gängigen Lieblingsfächer.

Weitere Informationen finden Sie im Internet.

Der 2008 gegründete und ehrenamtlich geführte Verein Experiminta hat die Mission, das Gähnen in Neugierde und Spaß zu verwandeln. Die Ausstellungen des Zentrums zeigen vor allem, wie nah Naturwissenschaft und Technik unserem Alltagsleben sind. Die Besucherzahlen geben dem Konzept Recht. In nur zweieinhalb Jahren katapultierte sich das Science Centre in Bezug auf die Besucherzahlen auf den 9. Platz unter Frankfurts Museen. Während die Dauerausstellung mit insgesamt 120 Experimentierstationen wie Sandpendel und Flaschenzüge die Besucher spielerisch mit den Gesetzen der Mechanik, Mathematik und Optik vertraut macht, war die Chemie bisher das Problemkind des Ausstellungsbetriebs.

Chemie lasse sich nicht leicht in einer Ausstellung vermitteln, erklärt der Vorsitzende des Experiminta-Vereins Norbert Christl. Zu aufwendig, zu kompliziert seien viele chemische Experimente. „T-Shirts, Tüten und Tenside“ hat es trotzdem versucht. Die ursprünglich von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt konzipierte Wanderausstellung bringt Besuchern mit Spaß und einer Prise Humor die Welt der Atome näher. Am Ende scheinen sich Bedeutung und Wortklang von MINT nicht mehr ganz so zu widersprechen. Chemie ist ein faszinierendes Feld und kann zu einer besseren Welt beitragen.

Die Sonderausstellung ist bis 5. Januar 2014 im Science-Center Frankfurt, Hamburger Allee 22-24, zu sehen. Der Eintritt beträgt 9 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Schüler, Auszubildende und Studenten.

Quelle: op-online.de

Kommentare