Suche nach Tätern mit Hunden und Hubschrauber

Explosion: Erneut Fahrkartenautomat gesprengt

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Butzbach - Erneut jagen Unbekannte einen Fahrkartenautomaten in die Luft. Die Explosion reißt zahlreiche Anwohner aus dem Schlaf, die Suche nach den Täter verläuft bislang erfolglos.

Die Serie von Anschlägen auf Fahrkartenautomaten in Hessen reißt nicht ab. In der vergangenen Nacht haben Unbekannte ein Gerät am Bahnhof in Butzbach gesprengt. Nach Polizeiangaben hatten sie sehr wahrscheinlich erneut ein Gas-Gemisch in den Automaten geleitet und ihn damit zur Explosion gebracht. Wie viel Geld die Täter erbeuteten, war zunächst unklar.

Der ohrenbetäubende Knall riss die Anwohner mitten in der Nacht aus dem Schlaf. Nach Zeugenaussagen ergriff ein Mann danach die Flucht vom Bahnsteig in einen Wald. Die Polizei suchte bis zum Mittag noch mit Hunden und einem Hubschrauber das Gebiet ab, die groß angelegte Fahndung blieb allerdings erfolglos.

In Hessen 35 Explosionen

Erst am Vortag war in Frankfurt ein Automat in die Luft gejagt worden, nachdem Unbekannte alle Spalten, Schlitze und Öffnungen mit Klebestreifen abgeklebt hatten. "Man braucht Erfahrung für so eine Sache", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Wiesbaden. "Ist ein Amateur dran, kann er sich beim falschen Gemisch oder einer nicht korrekten Menge Gas schwer verletzten."

Bereits seit Monaten jagen Kriminelle reihenweise Geräte in die Luft, um an das Geld zu kommen. Allein in Hessen sind nach Angaben des Landeskriminalamtes bislang 25 Explosionen und 9 Versuche registriert. Der Bahn entstand nach Angaben eines Sprechers dadurch ein Schaden von mindestens einer viertel Million Euro.

Die Beute ist unterdessen in der Regel eher gering, wie Bahn und Polizei mitteilten. Denn viele Reisende bezahlen ihre Tickets mit Karte. Außerdem gelangen die Täter oftmals gar nicht an die Geldkassette, zerstören aber den rund 10.000 Euro teuren Apparat, der dann ersetzt werden muss, wie der Sprecher erklärte.

Das Landeskriminalamt hat sich der Serie schon vor Wochen angenommen und Ende Mai vor den Gas-Luft-Gemischen gewarnt, da diese nicht immer zündeten. Die Ticket-Automaten könnten womöglich auch später explodieren, zum Beispiel, wenn sie von Fahrtgästen bedient werden.

(dpa)

Quelle: op-online.de

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