Eröffnung des 1,3 Milliarden Euro teuren Neubaus

EZB sagt große Feier ab

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Der Neubau der Europäischen Zentralbank ist zweifellos spektakulär. Eröffnet werden soll er jetzt aber ohne viel Tamtam.

Frankfurt - Die Eröffnungsfeier der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am 18. März wird weitaus bescheidener ausfallen als erwartet. Von Michael Eschenauer 

„Wir halten das Format für angemessen in einer Zeit, da für die EZB im Mittelpunkt steht, ihr Mandat zu erfüllen und nicht Feiern zu veranstalten“, sagte gestern EZB-Sprecher Stefan Ruhkamp. Ruhrkamp wies allerdings auch darauf hin, dass es im Grunde noch gar keine konkrete Planung für Festivitäten an der Sonnemannstraße im Frankfurter Ostend gegeben habe. „Insofern ist das jetzt bekanntgewordene Konzept auch nicht unbedingt etwas Neues.“ Im Umfeld der EZB ist allerdings zu hören, dass sehr wohl auch Sicherheitsbedenken eine Rolle beim „Herunterfahren“ der Zeremonie gespielt hätten. Das Gleiche gelte für die „Außenwirkung“ einer pompösen Feier in Zeiten harter Sparvorgeben unter anderem für Griechenland. Der neubau der EZB kostet insgesamt 1,3 Milliarden Euro.

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Verzicht und Gewinn

Tausende Kritiker der von Internationalem Währungsfond, EU-Kommission und EZB vertretenen Wirtschaftspolitik in Europa haben sich für den Eröffnungstag angekündigt. Unter dem Banner der „Blockupy“-Bewegung werden rund 10.000 zum Teil auch gewaltbereite Kapitalismuskritiker aus ganz Europa in Frankfurt erwartet. Auch die Frankfurter Polizei hat sich auf einen Großeinsatz eingestellt und über Monate darauf vorbereitet. Erste Reaktionen aus dem Lager der Protestler deuten darauf hin, dass man zwar von dem Schritt der EZB überrascht wurde, aber dennoch an den Protesten festhalten will. Gleichzeitig wertet man die Absage der erwarteten großen Feier auch als Teilsieg der Protestbewegung. Die Aktion „Let’s take over the Party“ läuft angesichts der neueren Entwicklungen nun allerdings etwas ins Leere.

EZB wächst in die Höhe

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Aktuell plant die EZB zur offiziellen „Inbetriebnahme“ der restaurierten und umgebauten ehemaligen Großmarkthalle sowie der beiden 165 und 185 Meter hohen Glastürme eine Veranstaltung mit maximal rund 70 Teilnehmern, wie Ruhkamb gestern sagte. Erwartet würden die Gouverneure der Zentralbanken der Europäischen Union, die ohnehin am 18. und 19. März in Frankfurt tagen würden, ferner Architekt Wolf Prix, Vertreter der Stadt Frankfurt, des Landes Hessen und der EU-Kommission sowie weitere am Bau Beteiligte. Auch Journalisten werden teilnehmen und auch Mitarbeiter der EZB. Grundsätzlich sei in der Zentralbank der 18. März ein ganz normaler Arbeitstag, sagte Ruhkamp. Bei der Zeremonie sprechen werden Notenbankpräsident Mario Draghi und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Am Nachmittag steht eine der regelmäßigen Sitzungen des EZB-Rates auf dem Programm. Die EZB hatte die Pläne zu einer bescheidenen Feier erst dann öffentlich gemacht, als ein grüner Europaabgeordneter diese Nachricht lanciert hatte.

So soll der EZB-Neubau aussehen

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Quelle: op-online.de

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