Ein Stockwerk pro Woche

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Das EZB-Doppelhochhaus in Frankfurt wächst zügig.

Frankfurt - Fast die Hälfte des spektakulären Doppelturms der Europäischen Zentralbank (EZB) ragt schon in den Himmel. Und zwischen den beiden Hochhäusern im Atrium wird gerade die zweite von insgesamt 14 gigantischen Stahlstreben verankert.

Der rund 500 Millionen Euro teure Neubau sei im Plan, sagte Andrea Jürges von der EZB am Freitag in Frankfurt bei einem Rundgang über die riesige Baustelle.

Rund 80 Tonnen ist jede der Stahlstreben schwer, die neben vier Plattformen die beiden in sich leicht gedrehten Türme verbinden. Über Winden und Drahtseile wurde am Freitagnachmittag die zweite Hälfte der zweiten Strebe von der ersten Übergangsplattform angehoben. Geschweißt werden soll nächste Woche. Der Rohbau wächst zugleich weiter - pro Woche um ein Stockwerk. Vom Nordturm stehen schon rund 20 der 45 Geschosse, 185 Meter soll er erreichen. Der Südturm wird mit etwa 160 Metern und 42 Etagen etwas kleiner. Richtfest ist für die zweite Hälfte 2012 geplant. Ende 2013 soll alles komplett fertig sein. Anfang oder Mitte 2014 will die Zentralbank dann mit ihren rund 1500 Beschäftigten, die derzeit auf mehrere Gebäude in der Innenstadt verteilt sind, in das neue Domizil im Osten ziehen. Die Türme bieten rund 2300 Arbeitsplätze.

Neue Superlative in die Frankfurter Skyline

Der EZB-Neubau bringt neue Superlative in die Frankfurter Skyline. Der Bau des Doppelturms mit seinen 99 Betonpfeilern, die 40 Meter tief in den Boden reichen, gilt ebenso als Herausforderung wie die Neugestaltung der alten Markthalle. Die Baukosten von 500 Millionen Euro (zu Preisen von 2005) sollen nicht überschritten werden. Darauf hat sich die EZB festgelegt. Dieser Rahmen hat das Projekt bereits um zwei Jahre verzögert.

Etwa 600 Arbeiter sind derzeit auf der Baustelle beschäftigt, in Spitzenzeiten können es bis zu 2000 sein, wie Jürges berichtet. Schwieriger als gedacht erweise sich die Sanierung der zwölf Tonnendächer der denkmalgeschützten Großmarkthalle. Die Renovierung der dunkelroten Ziegelfassade am Ostkopf der 1928 nach Plänen des Architekten Martin Elsaesser gebauten Halle ist abgeschlossen, der Westkopf soll nächstes Jahr fertig werden.

Eine Gedenkstätte wird daran erinnern, dass in der Nazi-Zeit Tausende von Juden aus der Großmarkthalle mit Zügen in die Vernichtungslager abtransportiert wurden - oben lief der Marktbetrieb ganz normal weiter. Eine der alten Rampen wurde erhalten. Sie wird Teil eines „Ensembles verschiedener authentischer Orte“, wie Martin Neitzke vom Planungsamt sagte. Dazu gehörten auch Teile des Kellers, des Stellwerks und der Gleise. Außerdem würden Zitate von Deportierten in die Wände und in den Boden eingelassen. Die Gedenkstätte soll - anders als das übrige Gelände - für die Öffentlichkeit in Führungen zugänglich werden.

dpa

Quelle: op-online.de

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