EZB legt Grundstein für Neubau

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Inmitten ihrer schwersten Krise hat die Europäische Zentralbank (EZB) am heutigen Mittwoch in Frankfurt den Grundstein für den Bau ihrer neuen Zentrale gelegt

Frankfurt/Main  - Inmitten ihrer schwersten Krise hat die Europäische Zentralbank (EZB) am heutigen Mittwoch in Frankfurt den Grundstein für den Bau ihrer neuen Zentrale gelegt.

Bis zum Jahr 2014 will die EZB im Ostend direkt am Main einen spektakulären Doppelturm von knapp 200 Metern Höhe errichten. Die Gesamtkosten für den erheblich verzögerten Neubau werden auf mindestens 850 Millionen Euro geschätzt.

„Mit der heutigen Feier beginnt ein neues Kapitel ­ aus Planung wird Realität“, sagte EZB-PräsidentJean-Claude Trichet nach einer vorab veröffentlichten Mitteilung. Ursprünglich sollte mit dem Bau der vom Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au entworfenen Türme, die ineinander verschlungen sind, bereits vor zwei Jahren begonnen werden. Die Zentralbanker hatten 2008 das Projekt auf Eis gelegt, da kein Generalunternehmer gefunden wurde, der das Gebäude für die vorgesehenen Kosten von 500 Millionen Euro bauen wollte.

Reine Baukosten 500 Millionen Euro

Nach separaten Ausschreibungen für zwölf Teilabschnitte ist die Zentralbank jedoch optimistisch, dass die reinen Baukosten von 500 Millionen Euro - gerechnet zu Preisen von 2005 - eingehalten werden. Die Euro-Banker haben dabei vor allem von den in der Finanzkrise gefallenen Rohstoffpreisen profitiert. Derzeit sind die rund 1.400 Beschäftigten der Zentralbank auf mehrere Gebäude im Frankfurter Bankenviertel verteilt. In den Grundstein wurde ein Satz Baupläne, Tageszeitungen aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten, je ein Satz Euro-Münzen aus allen 16 Ländern des Euroraums, ein Satz Euro-Banknoten sowie eine Münze der Stadt Frankfurt gelegt.

Anschließend wurde der versiegelte Grundstein dort in die Baugrube eingelassen, wo der Büro-Doppelturm entsteht. Im Juni beginnen die ersten größeren Bauarbeiten am Hochhaus. Rund 400 Firmen aus ganz Europa hatten sich an der Ausschreibung für die ersten acht Teilabschnitte beteiligt. Teil des Neubaus wird die denkmalgeschützte frühere Großmarkthalle des Architekten Martin Elsaesser. Der für seine Spannbeton-Konstruktion berühmte Backstein- Bau aus dem Jahr 1928 wird durch einen stählernen Querriegel mit den Doppeltürmen verbunden. Der Riegel wird der EZB künftig als Eingangscenter und Pressezentrum dienen. An der Großmarkthalle wurde bereits Ende April mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen.

dpa

Quelle: op-online.de

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