Auszeichnung vom DJV

Gießen: „Fahrstuhl-Gate“-Bild wird Presse-Foto des Jahres in Hessen

Preisgekröntes Foto: Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, l), und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, M) mit Begleitern in einem Fahrstuhl.
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Preisgekröntes Foto: Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU, l), und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, M) mit Begleitern in einem Fahrstuhl.

Es sorgte für einen Aufschrei, nun staubt es einen Preis ab: das Foto vom „Fahrstuhl-Gate“ im Gießener Universitätsklinikum.

Gießen – Das Gießener „Fahrstuhl-Gate“ hat doch ein Nachspiel – wenn auch ein erfreuliches. Jedes Jahr küren die Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) die besten Presse-Fotos der vergangenen zwölf Monate. Den Hauptpreis für 2020 gewann nun ein Schnappschuss von Reporter Bodo Weissenborn, der deutschlandweit für Furore sorgte. Zu sehen sind Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Ministerpräsident Volker Bouffier und der hessische Sozialminister Kai Klose, wie sie sich mit Ärzten und Ärztinnen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) in einen Aufzug quetschen – wohlgemerkt im April, also mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie.

„Fahrstuhl-Gate“ an der Uni-Klinik in Gießen ging „um die Welt“

Das Foto des schnell als „Fahrstuhl-Gate“ titulierten Vorfalls sei „um die Welt gegangen“, hieß es in der Video-Begründung der Fachjury des Reporter-Wettbewerbs. Das „Foto des Jahres“ 2020 zeige „den großen Wert eines freien und unabhängigen Journalismus“. Die Aufnahme aus Gießen hatte sogar Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach sich gezogen, schließlich stand im Raum, ob die Politiker wegen des fehlenden Abstands gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen hatten. Das Verfahren verlief zwar im Sande, der Aufschrei war jedoch immens, die Kritik an den Politikern scharf.

„Fahrstuhl-Gate“ in Gießen zeigt „Absurdität der Situation“

Vom „Fahrstuhl-Gate“ blieb, was der Ausgezeichnete in seiner virtuellen Dankesrede auf den Punkt brachte: Sein Bild zeige „die Widernatürlichkeit und Absurdität der Situation, in der wir schon so lange leben“, so Bodo Weissenborn. Auch Menschen, die sich über Wochen und Monate mit nichts anderem als dem Coronavirus beschäftigt hätten, seien „nicht davor gefeit, einfach mal alle zusammen in den Fahrstuhl zu steigen, eben einfach, weil sie es so gewohnt seien“. Weissenborn arbeitete im Frühjahr noch als Reporter für den Hessischen Rundfunk am Standort Gießen. Seit Herbst geht er für die Badischen Neuesten Nachrichten in Karlsruhe auf die Jagd nach den besten Geschichten der Region. (ag)

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