Fahrlässige Tötung eines Babys verschwiegen

Frankfurt/Groß-Umstadt - Verschweigt ein Chefarzt bei seiner Einstellung Vorstrafen oder laufende Ermittlungsverfahren, darf er fristlos entlassen werden. Das hat das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt entschieden.

Die Klage des Mediziners gegen seine Kündigung durch die Kreisklinik Groß-Umstadt wurde zurückgewiesen. Der Kreis Darmstadt-Dieburg hatte bereits im Dezember 2011 von von der Entscheidung berichtet, die aber noch nicht rechtskräftig war.

Im konkreten Fall hatte zum 1. November 2009 der habilitierte Facharzt bei dem Krankenhaus als Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe angefangen, mit einem garantierten Jahreseinkommen von 220.000 Euro. Der heute 52-Jährige unterzeichnete dabei laut eine Erklärung, in der er unter anderem versicherte, dass kein Straf- oder Ermittlungsverfahren gegen ihn laufe. Er verpflichtete sich außerdem, eingeleitete Verfahren oder Verurteilungen zu melden.

Im August 2010 wurde der Mediziner dann von einem Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung eines Neugeborenen zu einer Geldstrafe von 13.500 Euro verurteilt. Der Fall ging auf das Jahr 2002 zurück, damals arbeitete der Mann in einer Klinik in Niedersachsen und soll einen Kaiserschnitt zu spät eingeleitet haben.

Als der neue Arbeitgeber in Groß-Umstadt aus der Presse von der Verurteilung erfuhr, wurde der Chefarzt entlassen. Zu Recht.

dpa

Quelle: op-online.de

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