Einer von zehn Fahrraddiebstählen wird aufgeklärt

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Jeder zehnte Fahrraddiebstahl in Hessen wird aufgeklärt.

Wiesbaden - Rund 15.000 Fahrräder werden jedes Jahr in Hessen geklaut, nur die wenigsten Diebe gehen der Polizei ins Netz. Viele sind außerdem erstaunlich jung...

Nur jeder zehnte Fahrraddiebstahl in Hessen wird aufgeklärt. Außerdem wechselten im vergangenen Jahr mehr Räder eher unfreiwillig den Besitzer als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Jahresbericht des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden hervor, in dem die Zahlen der angezeigten Diebstähle aufgelistet werden.

Demnach konnten die hessischen Beamten nur in 9,7 Prozent der Fälle, (2008: 9,9) herausfinden, wer sich das Fahrrad unter den Nagel gerissen hatte. Insgesamt wurden 14.923 entsprechende Strafanzeigen gestellt - nach 14.692 im Vorjahr. In Frankfurt griffen Diebe in 4077 erfassten Fällen zu, in Wiesbaden 618 Mal. Bundesweit registrierte die Polizei im vergangenen Jahr laut BKA- Statistik 345.346 gestohlene Räder, das sind 3,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

„Viele Fahrräder sind nicht registriert“

Für die aufgeklärten Fälle gilt: Jedes dritte Fahrrad (31,4 Prozent) wurde von einem Jugendlichen gestohlen, in jedem zehnten Fall war der ermittelte Dieb sogar jünger als 14 Jahre. Fast alle mutmaßlichen Fahrraddiebe waren Männer, sowohl bundes- als auch landesweit. In Hessen sind die Diebe noch jünger: In fast 45 Prozent der 1410 aufgeklärten Fälle stellte sich heraus, dass ein Kind oder ein Jugendlicher seine Hand im Spiel hatte. Allerdings ist die Dunkelziffer bei den Fahrraddiebstählen nach Einschätzung der Polizei enorm hoch, außerdem gehen der Polizei vor allem jugendliche Diebe ins Netz.

„Viele Fahrräder sind gar nicht registriert, dadurch wird die Aufklärung schwer“, sagte ein Sprecher der Polizei in Darmstadt. Außerdem werde ein Diebstahl oft gar nicht erst angezeigt. „Es ist nicht zuletzt auch eine Frage des Aufwandes“, sagte er. „Ein Fahrradbesitzer muss entscheiden, ob es ihm die Sache wert ist, zur Polizei zu gehen.“

Am meisten Diebstähle in Bremen und Münster

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) warnt, ein Diebstahl von Wertgegenständen sei kaum aufzuklären, wenn nicht nachgewiesen werden könne, wer rechtmäßiger Eigentümer ist. „Es ist nicht verwunderlich, wenn derzeit nach aufwendigen Diebesgut- Ausstellungen rund 90 Prozent der Gegenstände an Tatverdächtige zurückgegeben werden müssen“, erklärt der Club zur Codierung von Fahrrädern und anderen Waren.

Deutsche Hochburg der Fahrraddiebe im Vergleich der Bundesländer ist Bremen, meldete die „Bild“- Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf den Wiesbadener BKA- Jahresbericht 2009. Dort kamen 1274 geklaute Zweiräder auf 100.000 Einwohner, das ist dreimal so viel wie im Bundesdurchschnitt.

Im Saarland standen nur 158 von je 100.000 Einwohnern plötzlich ohne ihren Drahtesel da. Wenig überraschend: Mit weitem Abstand am häufigsten werden Fahrräder in der westfälischen Universitätsstadt Münster gestohlen. Dort schlugen im vergangenen Jahr 1971 geklaute Zweiräder auf 100.000 Einwohner zu Buche. Münster gilt als Fahrradmetropole.

dpa

Quelle: op-online.de

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