Frankfurt nicht mehr in Top-Ten

ADFC stellt Umfrage zu Fahrrad-Klima in Kommunen vor

Frankfurt - Breite Radwege, verschließbare Boxen am Bahnhof, Informationskampagnen: Es gibt viele Möglichkeiten für Städte, Radfahren attraktiver zu machen. Bei der weltgrößten Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit punkten auch Kommunen in Hessen.

Baunatal ist einer neuen Untersuchung zufolge die fahrradfreundlichste Stadt Hessens. Die nordhessische Kommune löst Mörfelden-Walldorf ab, das beim vorherigen Fahrradklima-Test vor zwei Jahren vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) am besten bewertet worden war. Bundesweit belegt Baunatal (Schulnote: 2,5) den ersten Platz in der Kategorie „Aufholer“ unter den Kommunen mit bis zu 50 000 Einwohnern, da es seine Note deutlich verbessern konnte. Geehrt wurden als Aufholer auch Offenbach, Marburg und Hanau. Hinter Baunatal folgen in Hessen Mörfelden-Walldorf (2,7) nahe Frankfurt und Kriftel (Main-Taunus-Kreis/3,0), wie der ADFC gestern mitteilte. Schlusslicht ist landesweit Wiesbaden – wie schon beim letzten Mal. Auch Limburg (4,5) und Bad Homburg (4,4) schneiden sehr schlecht ab. Frankfurt ist nicht mehr in den bundesweiten Top Ten der fahrradfreundlichsten Großstädte ab 200 000 Einwohnern vertreten. Zuvor hatte die Main-Metropole Platz acht belegt. Im Auftrag und mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums wertete der ADFC für das Stimmungsbild 120 000 Interviews von Bürgern aus. In Hessen beteiligten sich 10 000 Menschen an der weltweit größten Umfrage dieser Art. Nach Angaben des Fahrradclubs waren 18 Prozent der Befragten Mitglied im ADFC, 90 Prozent verfügten über einen Führerschein. In 27 Fragen sollten sie Angaben über die Verkehrssituation für Radfahrer in ihrer Stadt machen. Dabei spielten Zahl und Sicherheit von Radwegen ebenso eine Rolle wie die Möglichkeit, das Fahrrad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen oder es in Fahrradboxen an Bahnhöfen vor Diebstahl zu schützen. Die Teilnehmer vergaben dafür Schulnoten.

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  • OFFENBACH konnte sich laut Ulrich Lemke vom örtlichen ADFC stark verbessern, indem es Radwege ausgebaut hat. Einbahnstraßen wurden nach seinen Worten für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben. Am Mainweg sei außerdem die hessenweit erste Zählstelle errichtet worden: 500.000 Fahrradfahrer kamen 2016 daran vorbei. Schulnote: 3,7
  • In WIESBADEN, das landes- und bundesweit den letzten Platz unter den Großstädten belegt, „wird nicht an das Rad gedacht“, sagt Günni Langer vom örtlichen ADFC. Der Fokus der Politik bei Verkehrsplanungen liege allein auf dem Auto. An Baustellen höre der Radweg einfach auf, viele Wege seien zu schmal. Der politische Wille zu Verbesserungen fehle generell. Schulnote: 4,6
  • In FRANKFURT begrüßen die Umfrageteilnehmer laut Bertram Giebler, dem verkehrspolitischen Sprecher des ADFC in Hessen, die Möglichkeit, das Rad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen. Schlecht sei die Diebstahlsituation, besonders schlecht die Baustellenführung. Außerdem parkten viele Autos auf den Radwegen. Generell sei die Infrastruktur für Radfahrer aber gut. Schulnote: 3,7
  • HANAU belegt bundesweit den zweiten Platz in der Kategorie „Aufholer“ bei Städten von 50.000 bis 100.000 Einwohnern. In Hanau (Verbesserung um 0,31 Punkte auf die Gesamtnote 3,57) wird die Fahrradinfrastruktur im Allgemeinen und ganz konkret die Situation der Abstellanlangen positiver bewertet. So stehen an allen acht Bahnhöfen überdachte Bike+Ride-Anlagen einschließlich mietbarer Fahrradboxen zur Verfügung. Die Stadt Hanau organisiert Fahrradaktionstage und hat einen Radroutenplan für das gesamte Stadtgebiet erarbeitet. Insgesamt wird die Fahrradförderung in jüngster Zeit von den Befragten als stark verbessert (0,9 Notenpunkte) empfunden. Schulnote: 3,5. (dpa/mic)

Quelle: op-online.de

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