Fraport stellt Bericht zu Nachhaltigkeit vor und sieht sich als Firma mit Werten.

„Fair Play“ am Flughafen

Fraport baut aus - hier eine Luftbild-Grafik, auf der die Lage der neuen Landebahn oben links zu sehen ist. Gleichzeitig setzt der Konzern verstärkt auf umweltschonende Technik.Grafik: dpa

Frankfurt - (mic) Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Wilhelm Bender, hat den Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2008 vorgestellt. Der Bericht mit dem Titel „Fair Play“ setzt sechs Themenschwerpunkte: Nachhaltiges Bauen, Wertschöpfung, Ressourcenschonung, Werte und Führung, Verantwortung als Arbeitgeber und soziales Engagement.

Höchste Priorität habe der Ausbau des Flughafens, der bis 2020 jährlich 88 Millionen Fluggäste und 701 000 Jahresbewegungen bringen solle. Hier werde durch nachhaltiges Bauen die Umwelt entlastet und die Wirtschaft unterstützt. „Wir werden bis 2015 sieben Milliarden Euro in den Ausbau des Flughafens Frankfurt mit einer neuen Landebahn im Nordwesten und einem dritten Passagierterminal sowie in die Erweiterung und Modernisierung der bestehenden Terminals investieren“, erklärte Fraport-Chef Bender. „Ziel ist, dabei keine zusätzlichen CO2-Emissionen zu erzeugen, im Gegenteil! Wir wollen die CO2-Emissionen je Verkehrseinheit – also je Passagiere bzw. 100 Kilo Fracht – um 30 Prozent reduzieren.“ So werde das neue Terminal 3 als „Öko-Terminal“ gebaut. Hierfür würden eine Vielzahl potenzieller energiesparender Maßnahmen auf ihre Praxistauglichkeit untersucht, zum Beispiel Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung, die Nutzung von Fotovoltaik und Geothermie, der Einsatz innovativer Lüftungssysteme, die Verwendung energiesparender Beleuchtungssysteme. Die Sanierung der Technikzentralen kostet laut Benders Darstellung rund 250 Millionen Euro. Ziel sei es, gegenüber dem derzeitigen Energieverbrauch eine Einsparung von mehr als 30 Prozent zu erzielen und damit die CO2-Emissionen um ebenso fast 30 Prozent zu reduzieren. Der Flugsteig A-Plus werde mit einer Gesamtfläche von 185 000 Quadratmetern „zu einem Vorzeigeprojekt in punkto Ökologie und Nachhaltigkeit“. Ebenso sollen durch die Tatsache, dass die Fraport AG und ihre Tochtergesellschaften am Standort Frankfurt seit 2008 ausschließlich Öko-Strom aus Wasserkraft beziehen, Jahr für Jahr 135 000 Tonnen CO2 vermieden werden.

Fraport habe, betonte Bender, auch bei den Flughafen-Entgelten eine stärkere Gewichtung der Umweltkomponente vorgenommen. So seien die Lärmkomponente um eine Luftschadstoffkomponente erweitert, die Lärmkategorien für die Zuordnung von Flugzeugtypen von sieben auf acht Kategorien aufgestockt und die Umweltkomponente verdoppelt worden.

„Verantwortliches unternehmerisches Handeln bedeutet für den Fraport-Konzern neben Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen, die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Blick zu nehmen“, sagte der Fraport-Vorstandsvorsitzende. Daher gehöre eine „optimale Qualifizierung der Beschäftigten und eine konsequente Weiterentwicklung innovativer Arbeitszeitmodelle“ zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Dies betreffe aber nicht nur den Standort Frankfurt. Fraport erwarte ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortungsvolles Handeln auch von den Unternehmen mit Fraport-Mehrheitsbeteiligung. So stelle die Betreibergesellschaft des Flughafens Lima sicher, dass alle am Flughafen ansässigen Unternehmen die Einhaltung internationaler Vorschriften und Verhaltensstandards wahren würden. Dazu gehörten z. B. die Zulassung von Gewerkschaften und das Verbot von Kinderarbeit.

Besonderes Augenmerk gilt laut Bender der beruflichen Erstausbildung. „Wir haben auch in 2008 unsere hohe Ausbildungszahl gehalten und 110 Auszubildende eingestellt. Zwischen 1990 und 2008 haben wir 1643 junge Menschen ausgebildet, von denen 60 Prozent noch heute im Konzern tätig sind“, fasste der Flughafenchef zusammen. Ferner habe Fraport in 2008 im Rahmen der Sponsoringaktivitäten 5,6 Millionen Euro für Bildungs-, Kultur- und Sportprojekte aufgewendet. 1,5 Millionen Euro entfielen auf den Fraport-Umweltfonds. „Seit 1997 konnten wir mehr als 500 Einzelprojekte fördern, Ende 2008 betrug die Gesamtfördersumme 23,9 Millionen Euro. Davon entfielen allein 12 Millionen Euro für die Förderung des Regionalparks Rhein-Main. Weitere Projekte waren Begrünungen, Renaturierungen, umweltpädagogische Maßnahmen sowie die Förderung der Biodiversität“, erläuterte Bender.

Weiter würden die Stiftung ProRegion und die Erich-Becker-Stiftung mit Fördermitteln unterstützt.

Quelle: op-online.de

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