Mindestens eine Million Euro Schaden

Im großen Stil Bahntickets gefälscht

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Offenbach/Frankfurt - Die Polizei hat einer Bande von Bahn-Fahrkarten-Fälschern im Rhein-Main-Gebiet das Handwerk gelegt. Sie sollen seit zwei Jahren täglich bis zu 100 unechte Tickets verkauft haben. Der Preis war dann Verhandlungssache.

 Die Bande aus 100 Mitgliedern soll im Rhein-Main-Gebiet mit gefälschten Fahrkarten der Deutschen Bahn (DB) einen Schaden von mindestens einer Million Euro verursacht haben. Seit Mitte 2011 sollen sie nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft täglich bis zu 100 professionell gefälschte Bahn-Tickets abgesetzt haben, die meisten davon Monatsfahrkarten.

Dafür sollen sie mehr als 20.000 Original-Blanko-Fahrscheine und Original-Fahrscheindrucker der DB benutzt haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines DB-Stores im Taunus soll die Fahrscheinrollen aus zwei DB-Stores gestohlen haben. Jetzt schlug die Generalstaatsanwaltschaft zu: Rund 500 Beamte der Bundespolizei durchsuchten gestern im Auftrag der Ermittlungsbehörde etwa 100 Wohnungen und andere Räume. Schwerpunkte bei der Aktion waren in Friedrichsdorf und Frankfurt.

Sechs mit Haftbefehl gesuchte Männer

Nach Angaben der Ermittler wurden dabei Vermögenswerte, unter anderem mehrere Luxusuhren, im Wert von 100.000 Euro sichergestellt. Dabei wurden sechs mit Haftbefehl gesuchte Männer im Alter von 23 bis 27 Jahren festgenomme. Sie sollten gestern noch dem Haftrichter vorgeführt werden, berichtete die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt. Ermittelt werde wegen banden- und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, Hehlerei und Diebstahls. Leitender Oberstaatsanwalt Günter Wittig auf Anfrage unserer Zeitung: „Das war sehr arbeitsteilig organisiert. Es gab unter anderem den Großhehler, den Fälscher und denjenigen, der die Fälschungsmittel verwahrt hat.“

Den Ermittlungen zufolge wurden die Tickets über ein straff organisiertes Netzwerk verkauft. Über Hehler-Ketten seien sie bis zum Endkunden gelangt, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Das Geschäft funktionierte so: Eine Monatskarte für 260 Euro ging für 40 Euro an einen Großhehler, der sie teurer an einen weiteren Hehler verkaufte, bis sie schließlich an bestimmten Treffpunkten, darunter eine Pizzeria, den Endkunden verkauft wurden. Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen die Hehlerkette, sagte der Sprecher. Das Strafmaß für banden- und gewerbsmäßige Hehlerei betrage mindestens ein Jahr Gefängnis. Den Endkunden müsse aber klar sein, dass sie mit einer gefälschten Karte als Schwarzfahrer unterwegs seien.

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psh/dpa

Quelle: op-online.de

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