Kürzungen an Schulen

Kommentar: Die falsche Stelle

Seit Jahren das gleiche Spiel. Fast alle Politiker fordern mehr Unterstützung für die Ideengesellschaft, heben in Sonntagsreden die große Bedeutung von Bildung hervor. Von Peter Schulte-Holtey

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Schulressort soll 45 Millionen Euro sparen

Und dann das: Im Etat von Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler sollen 45 Millionen Euro eingespart werden. Nach Recherchen des Radiosenders hr-info würden beispielsweise sieben Millionen Euro bei den Mitteln für Vertretungslehrer gekürzt. Für viele Schulen wäre das sehr schmerzhaft, denn von der im Wahlkampf und Koalitionsvertrag versprochenen 105-prozentigen Lehrerversorgung ist Hessen noch immer weit entfernt.

Die Opposition im Landtag hat recht. Es ist falsch, mit dem Sparen ausgerechnet bei der Bildung anzufangen. Wenn unser Land den Mangel an qualifizierten Schulabgängern in den nächsten Jahren lösen will, muss in Schulen und Hochschulen wesentlich mehr investiert werden. Vor allem der Bereich der frühkindlichen Bildung wird immer noch enorm vernachlässigt, viele sozial benachteiligte Kinder fallen schon im Vorschulalter weit zurück.

Die Gesamtwirtschaft steht und fällt mit den Menschen, ihren Qualifikationen und Kompetenzen. Die Wirtschaftskraft wird erheblich von der Arbeitslosigkeit und damit vom Bildungsniveau beeinflusst. Personen ohne (oder mit schlechter) Berufsausbildung haben ein deutlich größeres Arbeitslosigkeitsrisiko. Während andere Nationen ihre jungen Menschen immer höher qualifizieren, verpassen wir Chancen zur Bündelung der Kräfte, kürzen sogar noch im Bildungssektor und entlassen viele junge Menschen ohne wirkliche Zukunft in das Erwerbsleben. Das ist verantwortungslos.

Quelle: op-online.de

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