Unbekannte beschmieren Landrat Peter Walters Haus

Farbbeutelattacke

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Farbbomben-Opfer: Peter Walter, Landrat des Kreises Offenbach.

Dreieich - Unbekannte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Dreieichenhain das Haus des Landrats des Kreises Offenbach, Peter Walter (CDU), mit sogenannten Farbbomben beworfen und die Fassade des Einfamilienhauses beschädigt. Von Christian Riethmüller

Am Donnerstagmorgen prangten Flecken in den Farben Rot, Grün und Gelb an der Häuserwand, berichtete die Polizei. Auch das Auto des Landrats habe Farbspritzer abbekommen.

Zu der Tat, die sich den Angaben zufolge zwischen 22 Uhr und 7.15 Uhr ereignete, bekannte sich gestern Mittag in Schreiben an Zeitungen und Nachrichtenagenturen eine Gruppe mit dem Namen „antifa [ko]“. In dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt, wird der Farbanschlag in Zusammenhang mit der Abschiebepolitik des Kreises gebracht und als Aktion gegen die „AG Wohlfahrt“ bezeichnet.

Die „AG Wohlfahrt“ ist eine von Landrat Walter initiierte, im Jahr 2006 gegründete Ermittlungsgruppe, in der Mitarbeiter der Ausländerbehörde in Zusammenarbeit mit der Polizei dem Sozialleistungsbetrug auf die Spur kommen wollen. Im Visier der Ermittler sind dabei Menschen, die unter Angabe falscher Daten Sozialleistungen erschleichen wollen. Darunter fanden sich in vergangener Zeit auch etliche Migranten und Asylbewerber, von denen einige Hundert daraufhin in ihre Heimatländer abgeschoben wurden oder selbst Deutschland verließen.

Die Polizei bittet Zeugen, die etwa die Verteilung der Flugblätter beobachtet haben, um Hinweise unter Tel. 069 80981234.

Für die Verfasser des Bekennerbriefs ist die „Existenz einer derartigen Ermittlungsgruppe skandalös und nicht hinnehmbar“. Walter und der AG werden rassistische Motive unterstellt und der Beifall vorgeworfen, den die Arbeit der „AG Wohlfahrt“ von Rechtsextremisten erhalten habe. Unter dem Motto „smash the borders. Der AG Wohlfahrt das Handwerk legen!“ kündigte die dem linksextremen Lager zuzurechnende Gruppe für die kommenden Wochen und Monate weitere Aktionen an. Ähnlich äußerten sich die Aktivisten auch in einem Flugblatt, das wohl schon am Mittwoch in mehrenen hundert Briefkästen in der Nachbarschaft von Peter Walters Haus verteilt worden war.

Landrat Walter hat derweil gestern in einem Schreiben erklärt, sich den „gezielten Drohungen“ nicht beugen zu wollen. „Die linksradikalen Gewalttäter“ würden „den Rechtsstaat herausfordern.“ Wer auf Gewalt und Einschüchterung setze, dürfe „in Deutschland niemals seine Ziele erreichen. Man kann in bestimmten Fragen anderer Meinung sein, aber Gewalt gegen handelnde Politiker und deren Familien darf auf keinen fall zum Erfolg führen“, so Walter.

Quelle: op-online.de

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