Zoff im Frohsinn der Frankfurter Fastnacht

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Dieses Jahr nicht beim Frankfurter Umzug dabei: Die Fans und Cheerleader des Football-Bundesligisten Universe Frankfurt.

Frankfurt (nb) - Enttäuschung in der Zeit des allgemeinen Frohsinns: Der Football-Bundesligist Universe Frankfurt - ein Zusammenschluss von Fans und ehemaligen Aktiven des früheren Frankfurter Football-Clubs Galaxy - darf sich nicht in den Frankfurter Fastnachtsumzug einreihen.

Der „Grosse Rat der Karnevalvereine Frankfurt“ hat den Football-Bundesligist von der Teilnahme am diesjährigen Umzug ausgeschlossen. „Wir befürchten, dass der Verein den Umzug als Demonstration missbraucht“, begründet Zugmarschall Lothar Kilian den Ausschluss. Den Karnevalisten sei zugetragen worden, dass der Verein vor dem Römer gegen die Stadt protestieren wolle, „das lässt sich mit dem Brauchtum nicht vereinbaren.“ Bereits in der Vergangenheit habe der Football-Verein den Umzug zu Werbezwecken genutzt, „das haben wir noch geduldet“. Zwar sei es auch Sinn der Fastnacht, politische Zustände anzuprangern, „aber nicht in dieser Art und Weise“.

Hintergrund der Befürchtung ist, dass der Verein für kommende Saison noch keine Zusage für einen Platz von der Stadt bekommen hat, wo der Footbal-Club seine Spiele austragen kann. Klaus Rehm, Vorstandsvorsitzender des AFC Universe Frankfurt, bestätigt, dass das Thema viele Vereins-Mitglieder beschäftigt. Er ist überrascht von dem Ausschluss und empört über die Begründung: „Wir haben nicht vorgehabt, zu demonstrieren.“ Er könne zwar nicht ausschließen, dass Mitglieder über Protestaktionen nachdachten, „aber spätestens wenn jemand Protestplakate zum Umzug mitgebracht hätte, hätten wir das unterbunden.“ Die Footballer sind enttäuscht - immerhin machen seit 1992 Fans, Aktive und Cheerleader in den Vereinsfarben bei dem Umzug mit.

Vorfreude auf Umzug in „Klaa Paris"

Der „Grosse Rat“ habe aus zuverlässiger Quelle von den geplanten Protestaktionen erfahren, widerspricht Lothar Kilian der Darstellung Rehms. Dieser wiederum spricht von „Humbug“ und „Denunziantentum“: „Man muss doch einmal die Kirche im Dorf lassen. Wenn der Grosse Rat etwas von irgendwelchen Aktionen erfahren hat, hätte er sich doch mit uns in Verbinung setzen können und wir hätten dann gesagt, dass wir nichts dergleichen vorhaben.“ Allein schon die Wortwahl der Karnevalisten, man habe einen „Informanten“ bei den Footballern, bringt Klaus Rehm regelrecht auf die Palme: „In welchen Zeiten leben wir denn? Würde der Grosse Rat andere Vereine ebenfalls ausschließen, wenn ich diese denunziere?“, fragt er empört.

Zur Platzfrage selber kann Rehm keine konkrete Auskunft geben: „Seit neun Monaten wissen wir nichts Genaues. Wenn wir protestieren wollten, hätten wir das schon viel früher tun müssen und nicht jetzt, wo sich vielleicht eine Lösung des Platzproblems abzeichnet.“

Auf den „Grossen Rat“ sind die Footballer nun nicht mehr so gut zu sprechen, aber umso mehr aber freue man sich über die Teilnahme am Umzug in „Klaa Paris“ (Heddernheim) am Fastnachtsdienstag, so Rehm.

Quelle: op-online.de

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