Starke Präsenz bei Fastnachtsumzügen

Hessens Polizei an Fastnacht im Großeinsatz

Offenbach/Dieburg/Seligenstadt - Geht es nach der Polizei und den Veranstaltern karnevalistischer Großveranstaltungen, brauchen sich feierfreudige Fastnachter in Hessen keine Sorgen zu machen.

Klar ist: Nach den Terroranschlägen in Paris und Istanbul und den üblen Sexangriffen gegen Frauen an Silvester in Köln will sich die Polizei in Hessen nicht auf dem falschen Fuß erwischen lassen. „Die Präsenz wird deutlich erhöht“, sagt der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA), Christoph Schulte. Viele Beamte seien in Zivil im Einsatz. Wegen der „abstrakten Gefährdungslage betreffend terroristischer Anschläge“ seien „zahlreiche offene und nicht sichtbare Maßnahmen getroffen“ worden. Die Frankfurter Polizei plant „einen erhöhten Kräfteansatz“, ebenso ihre Kollegen für Südosthessen in Offenbach. Bei Fastnachtsveranstaltungen sollen in Hessen „vermehrt Kommunikationspolizisten eingesetzt werden“, kündigt der LKA-Sprecher an. In Flüchtlingsunterkünften sei „präventiv“ über Karneval aufgeklärt worden. Auf täuschend echt aussehende Spielzeugwaffen, sogenannte Anscheinswaffen, sollte laut LKA „im Zweifel“ besser verzichtet werden. In Frankfurt wollen die Beamten bei Festzügen darauf hinweisen. In Mainz sieht es die Polizei strenger: Sie warnt angesichts der allgemeinen Terrorgefahr vor echt wirkenden Spielzeugwaffen.

Dass die Fastnacht 2016 anders ist als sonst, ist nicht zu leugnen. So verzichtet die Frankfurter Stadt-Garde einem Zeitungsbericht zufolge aus Angst vor Terroranschlägen und sexuellen Übergriffen darauf, in diesem Jahr am Fastnachtssonntag beim Umzug durch die Innenstadt mitzulaufen. Ein ungutes Gefühl ist greifbar. So warnt eine Sondermeldung des Offenbacher Polizeipräsidiums Südosthessen: „Aufgrund der Vorfälle in der Silvesternacht in Köln und anderen Großstädten ist nicht auszuschließen, dass enthemmte Gruppen Großveranstaltungen wie zum Beispiel Faschingsumzüge ausnutzen, um sexuelle Übergriffe gegen Frauen oder auch Diebstähle zu begehen.“ Mit einer hohen Präsenz, offenen und verdeckten Maßnahmen sowie Videoüberwachung will das Präsidium für Sicherheit sorgen.

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„Bei uns geht die Fastnacht wie immer über die Bühne, auch der Umzug. Dem Terror keine Chance“, betont Friedel Enders, Vorsitzender des Karnevalvereins Dieburg, der mit knapp 2000 Mitgliedern als größter in Deutschland gilt. Hier findet der Umzug am Dienstag statt. Aus Terrorangst oder Sorge vor Übergriffen auf die Fastnacht zu verzichten, sei nicht der richtige Weg. Enders: „Irgendetwas ist auf der Welt immer nicht so schön. Dann dürfte man gar nichts mehr feiern, das kann es ja nicht sein.“ Von Absagen oder Sicherheitsbedenken beim Rosenmontagszug ist auch in der Karnevalshochburg Seligenstadt nichts bekannt. Kleinere Übergriffe habe es früher immer mal wieder gegeben – „zumeist von Jugendlichen von außerhalb mit zu viel Alkohol“, so Richard Biegel, Vorsitzender des Seligenstädter Heimatbundes. „Deswegen haben wir extra Polizeipräsenz.“

dpa

Quelle: op-online.de

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