„Faszination Spinnen“: Krabbler locken Tausende

+
Nichts für jedermann: Eine Vogelspinne erkundet das Gesicht des Forschers Jacek.

Frankfurt - Das Senckenbergmuseum präsentiert eine Sonderausstellung, die möglicherweise auch die Fluchtreflexe der spinnenängstlichsten Mitmenschen einzudämmen vermag. Von Philipp Fess

„Schwarzlicht-Spot an!“, heißt es für die afrikanischen Kaiserskorpione.

Man muss den achtbeinigen Gliederfüßlern nicht unbedingt spinnefeind sein, schon in den ersten fünf Tagen lockte die Schau fast 3000 Besucher an, darunter viele Schulklassen und Familien.
Wie alle Spinnen haben Vogelspinnen acht Beine und lähmen ihre Beute mit Gift. Sie seien aber keineswegs todbringende Monster, sagt der Spinnenforscher des Frankfurter Senckenberg-Instituts, Peter Jäger. Ihr Gift sei für Menschen ungefährlich. Ursprünglich hatte in erster Linie die Riesenkrabbenspinne im Fokus der Senckenberg-Forschung gestanden. Seit zehn Jahren nimmt Jäger aber auch die Spinnenfauna von Laos und den benachbarten Ländern unter die Lupe. Der Forscher hat neben 190 von ihm bereits entdeckten Arten in den Höhlen und Urwäldern von Laos weitere 40 Spinnenarten klassifiziert.

Eine dieser von ihm benannten Schönheiten ist auf einer der großformatigen Farbtafeln im Ausstellungsraum abgebildet. Die „David-Bowie-Spinne“ (Heteropoda davidbowie) ist eine Riesenkrabbenspinne. Ihr auffälliger Name soll auch Laien aufhorchen lassen und auf diese Weise das Artensterben im tropischen Regenwald mehr in den Focus der Öffentlichkeit rücken. Der „Spinnen-Jäger“ war schon früh von den Farben und Formen der unterschiedlichen Spinnenarten fasziniert. Besonders Vogelspinnen, wie etwa die Rotfußvogelspinne Avicularia versicolor, die auch das Ausstellungsplakat schmückt, hatten es ihm angetan.

Die „Faszination Spinne“

Die „Faszination Spinne“ soll nun mit Hilfe von 40 Terrarien, in denen 30 verschiedene Vogelspinnenarten aus Asien, Afrika und Amerika ein zeitweiliges Zuhause gefunden haben, dem Publikum nahegebracht werden. Die nachtaktiven Lebewesen sind die idealen Tiere für eine Ausstellung: Ihr stilles Verweilen in einer Ecke des Terrariums ermöglicht es dem Besucher, sich von der Komplexität und Grazie, die diesen Geschöpfen innewohnt, zu überzeugen. Auch lärmende Kinder können sie nicht aus der Ruhe bringen.

Einige der lebendigen Exponate sind indes nur schwer lokalisierbar oder verstecken sich in einer Wand aus Spinnweben, andere, wie die Aphonopelma chalcodes, präsentieren sich freizügiger und haben auf der wärmenden Lampe des Terrariums Platz genommen. Neben den vier Arten der legendären schwarzen Witwe (Latrodectus) und der größten Vogelspinnenart der Welt (Theraphosa blondi) gibt es auch einige Skorpione wie etwa den Pandinus imperator zu sehen, der in seinem durch Schwarzlicht illuminierten Terrarium gelblich leuchtet.

Geöffnet bis zum 3. Juni 2012

Manche Tiere, wie sein Verwandter Androctonus australis, wurden schon 1785 verzeichnet, andere Spinnentiere wie die augacephalus ezendami sind erst seit dem Jahre 2001 bekannt. Die Gefangenschaft schadet den wirbellosen Tieren nicht – im Gegenteil: ohne die Bedrohung durch Parasiten, Krankheiten,, Nahrungsmangel oder den Konkurrenzkampf in freier Wildbahn können Vogelspinnen bis zu 30 Jahre alt werden.

Sonderausstellung „Faszination Spinnen“ im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt: Geöffnet bis zum 3. Juni täglich von 9 bis 17 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen bis 18 Uhr Preise: Erwachsene 8, Kinder 4 Euro.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare